Leipzig: Der Teufel sind die anderen
Von Sorge zu Sorge spannt sich dieses Faustens Lebensbogen, spannt sich dieser sechsstündige Leipziger Erlebnisabend, der mit «Faust II» anhebt, den «Faust I» durchreist, ein poetologisches Puppenspiel zur Erklärung von Goethes Hauptwerk einschaltet, bald das Publikum entlang von «Faust»-Motiven auf Erkundungstouren durch die Stadt schickt, um gegen Mitternacht auf der großen Schauspielbühne zu «Faust II» rückkehrend zu enden.
Auch sechs Stunden Eventtheater sind nicht viel für die faustischen Erdentage, deren Spur bekanntlich in Äonen nicht untergeht.
Und also steckt Enrico Lübbe den Protagonisten in Siebenmeilenstiefel. Taumelnd auf einer riesigen Drehscheibe zu düsteren Atmosphären trifft der Faust von Wenzel Banneyer bereits im Intro binnen weniger Verse auf die Flugübungen des Euphorion (in Kinderstimmen gekleidet), auf die Klagen von Philemon und Baucis, schließlich auf die Allegorien von Mangel, Not, Schuld und eben: die Sorge.
Der starke Akzent auf der Sorge wirkt zunächst sinnfällig, scheint an neueste «Faust»-Deutungen anzuschließen. Im Auftritt der mit Heidegger gesprochen «existenzialen» Sorge manifestiert sich die grundlegend offene Disposition des modernen ...
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Theater heute Dezember 2018
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Christian Rakow
Und dann sagt doch nach zehn Stunden tatsächlich einer: «Ich könnte jetzt noch endlos hier sitzen ...» Unersättlich oder wahnsinnig, fanatisch oder gelähmt, fasziniert oder geblendet? Auf jeden Fall: Es ist gewöhnungsbedürftig, sich an einem Sonntag mittags ins Theater zu begeben, das man erst gegen Mitternacht wieder verlassen wird. Wir leben nicht mehr im alten...
Aalen, Theater der Stadt
15. Stephens, Heisenberg
R. Tonio Kleinknecht
Altenburg/Gera, TPT
2. Schöne/Haugwitz, Der glattrasierte Weihnachtsmann
R. Robert Arnold (Altenburg)
6. nach den Gebrüdern Grimm, Der gestiefelte Kater – Vertrauen will gelernt sein
R. Christine Bossert (Gera)
Ansbach, Theater
1. nach Vorlicek und Pavlicek, Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
R....
Streng blickt der junge Tschaikowsky vom großen Poster auf das Bett von Jannik, gespielt im Fatsuit von Alexander Pensel, der sich gerade zu einer Rachmaninov-Suite einen runterholt – natürlich um dann punktgenau von seiner Mutter (Petra Ehlert) dabei gestört zu werden. Jugend ist ein Stahlbad, besonders wenn man gleichzeitig schwul, dick und eben ein Klassik-Nerd...
