Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so
Der erste Tag in einer neuen Firma ist immer schwierig. Man weiß nicht, wem man vertrauen kann, man hat die firmeninternen Hierarchien noch nicht verinnerlicht, man fürchtet, in Intrigennetzwerke einzubrechen. Also stolpert man verunsichert durch den Arbeitstag, ständig in Angst, etwas falsch zu machen. Der erste Tag in der Hamburger Filiale von Söhne & Söhne beginnt damit, dass man zusammengefaltet wird, weil man eine halbe Stunde zu früh kommt. «Zu früh ist auch nicht pünktlich!» Schon zu Beginn ist man ins Fettnäpfchen getreten, und besser wird es auch nicht werden.
Signas «Söhne & Söhne» ist eine theatrale Installation im Auftrag des Hamburger Schauspielhauses nach dem typischen Muster des dänisch-österreichischen Horrorfabulierer-Künstlerpaars Signa und Arthur Köstler: Man nehme a) eine hinreichend abgerockte Örtlichkeit, in diesem Fall die ehemalige Gewerbeschule für Bauhandwerker, ein riesiger, verwinkelter Bau, der einem schon ohne Inszenierung jeden Lebensmut zu rauben im Stande ist. Die bemöble man mit b) Einrichtungsgegenständen, die schon seit mindestens 30 Jahren nicht mehr in Gebrauch sind und so eine Mischung aus Staub, Ekel und surrealer Patina mit sich bringen sowie ...
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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 19
von Falk Schreiber
Alles begann Ende der 1960er in einer Münchner Privatwohnung. George Froscher, bis dato an verschiedenen Stadttheatern als Schauspieler, Tänzer und Regisseur tätig und dessen in höchstem Maße überdrüssig, hatte sie zu seinem Studio umfunktioniert (Namensähnlichkeit mit dem berühmten New Yorker Actors Studio durchaus beabsichtigt, die Zielrichtung eher...
fassung
mange ton dasein!
lacan
tatsächlich gibt es nichts, was auf so unerträgliche art und weise unbrauchbar und überflüssig wäre wie das organ, das herz genannt wird, dieses schmutzigste aller mittel, das die wesen erfinden konnten, um leben in mich zu pumpen.
artaud
per medulam cordis mei,
peccatoris atque rei,
tuus amor transferatur,
quo cor tuum rapiatur
...
Was für eine Vorstellung: «In Deutschland gibt es nur noch drei Theater: in München, Hamburg und Berlin. Und die machen dauernd Koproduktionen.» Geld verdienen höchstens noch die Intendanten – Schauspieler «dürfen» dort allenfalls arbeiten. So lautet die Zukunftsvision einer Schauspielerin, geschöpft aus einer desillusionierenden Gegenwart. Einer Gegenwart, in...
