Herzschlag der Szene

Zum Tod des Musikers und Komponisten Laurent Simonetti

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Am Vorabend seines Todes habe ich ihn zwischen vielen Menschen auf einer Premierenfeier getroffen und in sein durchwachtes Gesicht geschaut. Er fragte, was der Sinn des Lebens sei. «Wir brauchen Dich, Laurent!» – «Ist das der Sinn des Lebens, dass man gebraucht wird?», war seine Antwort. Je t'ai besoin – diesen Satz hat er selber einmal vertont, für den zweiten Teil der «Orestie»: Elektra am Grab ihres Vaters, 2002 an den Münchner Kammer­spielen. So holt das Leben die Kunst ein.



«Gebraucht» hat Andreas Kriegenburg vor 14 Jahren bei seiner Inszenierung «Kasimir und Karoline» einen Musiker und zum ersten Mal von einem gewissen Laurent Simonetti gehört. Da hatte dieser eigentlich schon entschieden, sich zum Reisekaufmann umschulen zu lassen und den Musikerberuf an den Nagel zu hängen. Doch Kriegenburg lernte ihn kennen und überredete ihn, zum Theater zurückzukehren, das seitdem seine zweite Familie wurde.

Wochenlang saß Laurent Simonetti auf Proben, hat genau zu­gehört und hingeschaut und mit seinen Akkordeontönen die Schauspieler zum Spielen animiert. Wenn ihm etwas fremd oder unverständlich blieb, fragte er fast kindlich genau nach dem Sinn eines Satzes oder gar einer Szene. ...

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Theater heute Juni 2008
Rubrik: Magazin/Nachruf, Seite 59
von Marion Tiedtke

Vergriffen
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