Der Anfang vom Ende

In Leipzig läutet Sebastian Hartmann seine letzte Spielzeit mit «Krieg und Frieden» ein, und in Dresden schickt Jan Klata «Titus Andronicus» ins Trashtheater

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Der römische Feldherr Titus Andronicus hat bekanntlich schon einiges hinter sich. Siegreich aus der Schlacht gegen die Goten zurückgekehrt, verhilft er erst dem falschen Politkarrieristen zur Kaiserkrone und setzt dann mit der rituellen Opferung des ältesten Gotenkönigssohnes eine bilaterale Splattertragödie in Gang, die fast seine komplette Familie auslöscht. In Dresden gesellt sich zu all diesem Unheil jetzt noch ein besonders heimtückischer Feind hinzu: Hart kämpft Titus in Jan Klatas Inszenierung mit dem Discotrash der 80er Jahre.



Slice me nice

Gut: Zunächst dröhnt gediegener Heavy Metal durchs Kleine Haus des örtlichen Staatsschauspiels, während Wolfgang Michalek als titelgebender Feldherr Stück für Stück die Särge seiner 21 gefallenen Söhne aufs Szenario wuchtet. Die überlebenden Kollegen flankieren diese Zwanzig-Minuten-Aktion mit einer Art Military-Choreografie, die offensichtlich nach Einar Schleef schielt, aber auch ziemlich lückenlos zum Hintergrundtanz bei Lady Gaga aufschließt. Später, wenn Titus den verschlagenen Saturninus (Stefko Hanushevsky) auf den römischen Thron gehievt hat, hebt die kriegsgefangene Gotenkö­nigin Tamora (Ewa Skibinska) zwecks Eheanbahnung ihr ...

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Theater heute November 2012
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Christine Wahl

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