Unwählbar bleiben
Unlängst war ich am Theater Essen während einer Performance des bildenden Künstlers Jonathan Meese sein Gesprächspartner. Von meiner Rolle als Moderator kann ich nur mit einem gewissen Schweigen in der Stimme sprechen, und doch eröffnete sich eine Form von anregendem Dialog, in dessen Zentrum das gemeinsame Hören und Deuten
verschiedener Kapitel aus Homers «Odyssee» stand. Dies geschah anhand eines EUROPA-Hörspiels «mit vertrauten Stimmen, spannender Musik und Geräuschen» aus dem Jahr 1967, das Jonathan Meese noch aus Kindertagen über weite Teile mitsprechen konnte.
Für ihn war Odysseus nicht wie bei Adorno und Horkheimer der prototypische Bürger, der Urahn der gespaltenen Persönlichkeit des modernen Menschen, sondern eine Ausnahmegestalt, die ihr Überleben dem Umstand verdankt, dass sie sich als einziges Mitglied der Crew der Verbürgerlichung entzieht. Und mit dieser Lesart der «Odyssee» schloss Jonathan Meese an sein vorab dargelegtes Manifest gegen die «Weltdiktatur der Demokratie» an, das der Prolog jener gesprächsweise vorgetragenen Austrittserklärung aus der Welt der Demokratie, ihrer Werte, Leistungen und Versprechen war.
Meeses Mission
Es ist eine Sisyphus-Arbeit, sich ...
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