Simone Müller (Krönchen) und Ensemble; Foto: Luca Abbientol/Theater Weimar
Weimar: Unser Dorf hat Zukunft
Das zeitgenössische Dorf hat es nicht leicht auf dem deutschsprachigen Theater, wenn es denn überhaupt mal zu Worte kommt. Entweder erweist es sich als utopieresistent und dem gesellschaftlichen Fortschritt entgegenstehend, wie in den sozialistisch-realistischen Bestandsaufnahmen von Heiner Müller und Co., oder es erscheint als depperter, kleinbürgerlicher Sündenpfuhl wie bei Franz Xaver Kroetz und Geistesverwandten.
Juli Zeh kreuzt in ihrem Erfolgsroman «Unterleuten» gewissermaßen beide Linien und reichert sie an um eine Bestandsaufnahme zum bundesrepublikanischen Geisteszustand im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts.
Auf über 600 Seiten erzählt sie vom fiktiven Dorf Unterleuten, irgendwo im Brandenburgischen. Nachwendeverletzungen treffen auf Neubürger aus Berlin, und natürlich darf auch ein westdeutscher Investor nicht fehlen. Lakonisch und den Zufall vor die Verschwörung stellend, erzählt Zeh multiperspektivisch von den Entwicklungen im Dorf, als die Windkraftfirma Vento-Direct den Plan vorstellt, auf zehn Hektar einen Windkraftpark zu errichten. Diese Ankündigung setzt ein komplexes Spiel von Intrigen und Machtspielchen in Gang, die das Dorf zerwühlen wie ein ...
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Theater heute Januar 2018
Rubrik: Chronik, Seite 68
von Torben Ibs
Dafür, dass er aus der Generation Pop stammt, hat der oberösterreichische Dramatiker Thomas Köck (geb. 1986) ein erstaunliches Faible für klassische Musikformen. «Paradies fluten» war als «verirrte Sinfonie» ausgewiesen, sein jüngstes Werk «Die Zukunft reicht uns nicht» firmiert nun als «postheroische Schuldenkantate»; der Untertitel «Klagt, Kinder, klagt!» zitiert...
Aachen, Grenzlandtheater
30. Enrico, Paulette
R. Uwe Brandt
Aachen, Theater
18. Massini, Ichglaubeaneineneinzigengott.hass
R. Matthias Fuhrmeister
26. Ambjørnsen, Hellstenius und Næss,
Elling
R. Sebastian Martin
27. Zeh, Unterleuten
R. Marcus Lobbes
Aalen, Theater der Stadt
21. Maar, Kikerikiste
R. Winfried Tobias und Ensemble
Ansbach, Theater...
Es ist sehr schlüssig, dass das Schauspiel Leipzig mit seiner Präsentier- und Probierstätte für neue Dramatik in eine alte Diskothek gezogen ist. Also in einen Tanzraum neben dem Haupthaus, in dem bis vor wenigen Jahren tatsächlich noch die Bässe wummerten. Das zeitgenössische Theaterschreiben hat ja selber etwas Kruder-und-Dorfmeister-mäßiges, Elektropop vom...
