Spitzen-Schröder-Propaganda
Neulich bei Kanzlers zu Hause: Da steht der Chef aller Deutschen mit offenem Hemd und Rotweinglas, und seine Tochter kommt vom Disco-Besuch nach Hause. Der war leider nicht sehr sexy, weil es wohl nichts auf der Welt gibt, wo Personenschutz so peinlich stört wie im Nachtleben. «Papa, wir leben hier wie im Knast», erklärt die Kleine unserem Bundeskanzler und trollt sich in die von Axel Schultes entworfenen Schlafgemächer des Bundeskanzleramtes in Kirschbaumrot und Porschegrünmetallic. «Hm!», macht da unser Kanzler und denkt erstmal drüber nach.
Kanzlers sind also auch nur Menschen.
Das behauptet zumindest das ZDF. Und diese These lässt es sich einiges kosten. Um das gemeine Fernsehvolk mal durch die Schlüssellöcher der politischen Schaltzentrale gucken zu lassen, hat ZDF-Programm-Chef Thomas Bellut so richtig tief in den Topf unter seinem Schreibtisch gegriffen, wo die Fernsehgebühren drin sind, und einen «Traum-Cast» verpflichtet. Nur berühmte Fernsehkommissare (Klaus J. Behrendt, Robert Atzorn, Rita Russek) und andere «Königstiger» der deutschen TV-Unterhaltung (Herbert Knaup, Heikko Deutschmann, Vadim Glowna und als Gast der Mann, der in keiner deutschen Fernsehgroßtat fehlen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wenn sogar das reiche Burgtheater über Geld redet, muss die Lage wirklich ernst sein. Tatsächlich klagt die Burg neuerdings über finanzielle Sorgen: Weil die Subventionen seit zehn Jahren auf hohem Niveau (43,7 Millionen Euro) stagnieren, wird das Budget eng. In der Spielzeit 2003/04 machte das Burgtheater trotz tadelloser Auslastung 833.000 Euro Defizit; der...
Bewerben Sie sich alle drei Jahre bei einem anderen Unternehmen, auch wenn Sie keinen neuen Job suchen, empfiehlt der «Nr.1-Bestseller: Simplify your life», beworben von der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» und dem «Stern»: «Damit Sie, wenn Sie arbeitslos werden, nicht vor dem Nichts stehen.» Dabei steht man in so einem Fall gar nicht vor dem Nichts,...
Seine Stücke handeln von Tanz- und Truppenbewegungen, sein Personal nennt sich «Sweethearts of Rhythm», «Golfkrieg Girls & Boys» oder «Die Einzigen Zeugen», und seine Hörspiele heißen «Schrei (wenn du kannst)», «ich auf der tretmine» oder «die Idee der Strafe». Der 1963 geborene Frankfurter Autor und Musiker Albrecht Kunze arbeitet an der Demarkationslinie von...
