Göttingen: Liebe in Zeiten von Easyjet

Rebekka Kricheldorf «In der Fremde» (U)

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Die Globalisierung hat auch ihre lustfördernden Seiten: Sextourismus war noch nie so einfach wie heute. Rebekka Kricheldorfs «In der Fremde» versammelt ein paar besonders spektakuläre Exemplare westlicher Alltagssexisten, die in Thailand, Mexiko oder Jamaica ihre überlegene Wirtschaftskraft potenz- oder zumindest frequenzsteigernd einsetzen. Ihr überbordender Geschlechtstrieb wird dabei nur noch von ihrer Redefreudigkeit übertroffen.


Der schwule amerikanische Erbe hängt bis unter die Pupille randvoll mit Drogen am Tresen einer versifften Bar ab, philosophiert über die Vorzüge der ungebundenen erotischen Käuflichkeit und entwickelt eine astreine Paranoia, dass ihn seine stinkreichen Eltern doch noch am ewigen entspannten Abhängen hindern könnten. Auch die ehelebenslang sexuell unterversorgte klapprige Gräfin oder der längst schon in die Impotenz entspannte Hans quatschen einem Barmann das Ohr ab, der sich seinerseits darauf verlegt hat, alkoholisch geschwächte Touristinnen unter Zuhilfenahme von coolen Heiner-Müller-Zitaten um den Restverstand zu vögeln.

Die sexuelle Instrumentalisierung der Lebensverhältnisse kennt unterschiedlich subtile Formen: Clemens, der deutsche ...

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Theater heute Februar 2016
Rubrik: Chronik, Seite 49
von Franz Wille

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