Fastfood fatal

Roland Schimmelpfennig «Der goldene Drache»

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«Drei Chinesen mit dem Kontrabass» ertönt es fröhlich von der Werkstattbühne des Theaters Ingolstadt. Zwei Frauen und drei Männer in Trainingshosen und kleinen Kochmützchen sitzen beinebaumelnd am Rand einer engen Vertiefung, wärmen sich für ihren Auftritt auf. Über ihnen, an großen Haken, hängen Küchenutensilien und Zutaten. Die restliche Bühne ist mit Matratzen ausgelegt. Kleine Tischlampen in verschiedenen Farben und Stilen markieren die weiteren Spielorte.

Schon ruft die Arbeit: Die fünf rutschen hinunter in die winzige Küche des Schnell-Restaurants «Der goldene Drache», die Bühnenbildnerin Valentina Crnkovic in der Mitte der Bühne versenkt hat. «Nummer 83 Pad Thai Gai», «Nummer 101 Suki Yaki» schallt es durch den Raum.

Es sind Zerrbilder westlicher Projektion, die hier kochen, braten und servieren. So konsequent wie penetrant ergänzen sie deshalb bei jedem Gericht die Beschreibung aus der Speisekarte: «Gebratenes Rindfleisch mit Morcheln, Bambus und Glasnudeln» etc. – ein geschirrklappernder Begleitchor zu den flapsig erzählten kleinen und großen Dramen, die sich hier und in den Nachbarwohnungen abspielen: Eine junge Frau ist schwanger – eher aus Versehen; ein hohler Zahn ...

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Theater heute Juni 2010
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Cornelia Fiedler

Vergriffen
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