Ökonomie und Ästhetik oder Eine deutsche Eselei

Die Balance zwischen Kunst und Kasse hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten langsam, aber entscheidend verschoben. Eine Analyse am Beispiel des Hamburger Thalia Theaters

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Seit mindestens 20 Jahren werden die Zuschüsse der Theater seitens der Kommunen gekürzt. Die beiden zentralen Folterinstrumente sind fehlender oder mangelhafter Ausgleich von Tarif­erhöhungen und fehlender Inflationsausgleich. Für die Träger haben diese Maßnahmen den Charme, dass sie oft unterhalb der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle bleiben. Hinzu kommt die empörende Unsitte, dass die Kommunen und Länder als Arbeitgeber Tariferhöhungen zustimmen, ohne sie bezahlen zu müssen.

Aber es gibt auch Maßnahmen oberhalb der Wahrnehmungsschwelle: Theaterschließungen, Fusionen, Spartenschließungen, rabiate Kürzungen in Millionen­höhe etc. Und wenn wieder einmal ein Intendant entnervt hinschmeißt, steht – Theater ist auch ein Markt – schnell ein anderer bereit, der im Tal der Tränen neuen Optimismus verbreitet. Er tauscht das alte Ensemble gegen ein jüngeres, kleineres und preiswerteres aus und verheißt in der Euphorie seines Neubeginns eine glückliche Zukunft.

Die Krise der Kommunen

Man kennt solche Entwicklungen auch aus anderen Branchen, sobald sie in die Krise geraten: Mal ist es die Automobilindustrie, mal die Solarbranche. In letzter Zeit sind es vor allem die Printmedien: ...

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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Freiraum Theater!, Seite 29
von Joachim Lux

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