Freiraum Theater!
Wer im Theater von Kunst redet, wird möglicherweise ein bisschen schief angeschaut. Man will ja nicht im Elfenbeinturm enden. Trotzdem muss es im Theater Freiräume geben, die andere Begegnungen, Arbeitsformen, Gedankenspiele und Utopien ermöglichen als im durchfunktionalisierten Alltag, das bezweifelt kein Theaterkünstler. Aber wie viel Freiraum bietet das deutschsprachige Theater noch? Eine Recherche
Freiraum Kunst?
Die Welt ist effizienter geworden im letzten Jahrzehnt – schneller, liberaler, marktwirtschaftlicher, profitorientierter.
Umso wichtiger werden Freiräume, die sich den Ansprüchen auf Vermarktung, der Forderung nach immer reibungsloserem Funktionieren entziehen. So ein Bereich ist die Kunst, auch die Kunst des Theaters.
Aber wie sieht es in der deutschsprachigen Theaterlandschaft tatsächlich aus – und wie bereitwillig folgt man dort gesellschaftlichen Imperativen, denen man besser widerstehen sollte? Dieses Jahrbuch betrachtet den Freiraum Theater – oder was davon noch übrig ist – aus verschiedenen Perspektiven.
Wiebke Puls hat eigentlich einen Traumjob: vielbeschäftigte Schauspielerin an den Münchner Kammerspielen, einer der besten Bühnen und in dieser Saison das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Freiraum Theater!, Seite 4
von
In Philipp Weiss’ Stücken treten massenweise Personen auf. Viele haben nur einen Auftritt oder eine kurze Szene zu verwalten, sind lediglich für Augenblicke Handlungsträger und kehren nie wieder. Ein Kosmos, wie von Paul Claudel ersonnen, tut sich auf: Zahlreiche Handlungsfäden und unterschiedlichste Figurenkonstellationen fügen sich, Szene um Szene, zu einem losen...
Stücke zu schreiben ist eine eher einsame Tätigkeit am Schreibtisch. So ziemlich das Gegenteil von Probenarbeit und Theaterspielen. Aber manchmal ziehen sich Gegensätze an: die neuen Stücke der nächsten Spielzeit – Uraufführungen demnächst.
Ursprünglich hatte Charlotte Roos «Wir schweben wieder» mit dem Arbeitstitel «Brillen» überschrieben. Brillen stehen im Kontext des Stückes für eine bestimmte Weltanschauung, eine Haltung, eine gesellschaftspolitische Perspektive auf die Gegenwart. Sie stehen aber auch für mangelhaftes Sehvermögen, das die Autorin an einer Stelle als immer gleiche Kurzsichtigkeit...
