Im Stillstand zuhause

Ibsen «Hedda Gabler»

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Der Verrat der Ideale und der Verrat der Liebe haben eine Wurzel und eine Konsequenz. In Godards Moravia-Verfilmung «Le Mépris» quittiert Brigitte Bardot den doppelten Betrug ihres korrumpierten Mannes (Michel Piccoli) – an ihr und ihrem Körper und an seinem Beruf als Drehbuchautor – mit Verachtung und dem Ende der zum Warentausch herabgesetzten Beziehung. Am Theater Dortmund beglei­tet Hedda Gablers Untergang Georges Delarues elegisch sattes musikalisches Leitmotiv aus dem Film von 1963.

Sein Thema wird von dieser Hedda variiert, mag auch die Wirklichkeitskonstruktion komplizierter geworden und die bürgerliche Heroine ansonsten so sehr von heute sein, dass es fast schon etwas démodé wirkt.

Beim Kokain («Puschipunsch») geizt sie nicht und sorgt mit reichlich verpulvertem Stoff dafür, dass Ejlert Lövborg die Nase voll hat und seine Zunge sich für ein durchgeknalltes Kreativ-Solo löst. Ihr Luxus-Anspruch treibt die Mastercard-Abrechnung ihres Mannes Tesman in die Höhe. Denn während der Hochzeitsreise haben die Flitterwöchner, in Ermangelung befriedigenderer Beschäftigung, die Markenboutiquen diesseits und jenseits des Äquators konto-erschöpfend besucht. Zum Gelde drängt’s Ibsens ...

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Theater heute Februar 2007
Rubrik: Chronik, Seite 43
von Andreas Wilink

Vergriffen
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