Patchwork Europa
Ich hatte Angst vor dem amerikanischen Touristen-Syndrom: Wenn heute Dienstag ist, dann muss dies Stuttgart sein.» So spitzt der englische International Policy Reseacher Ivor Davies, einer von zwanzig Teilnehmern, die die European Theatre Convention (ETC) zu ihrer «Spring Theatre Tour 2013» eingeladen hatte, seine Befürchtungen vor der Reise zu: Der ambitionierte Länder-Marathon sollte in nur acht Tagen durch Stuttgart, Liège, Karlsruhe, Zürich, Prato, Maribor, Bratislava und Zagreb führen.
Zwar hatte Davies seine Bedenken im Vorfeld durch großen Rechercheaufwand «outside the theatre bubble» zu zerstreuen versucht und der ganzen Reisegruppe – Künstlern und Journalisten – einen dicken Reader mit Informationen zu den jeweiligen ökonomischen, sozialen und kulturellen Hintergründen, vor denen in den acht Städten Theater gemacht wird, zur Verfügung gestellt. – «Aber in Wirklichkeit war es sogar noch schlimmer», schreibt Davies in seinem abschließenden Statement, «meistens wusste ich noch nicht mal, welchen Tag wir eigentlich hatten.»
Einen so vollständigen Realitäts- und Reibungsverlust hatte das ETC sicherlich nicht bezweckt. «New Perspectives for New Times» hieß das Motto der «Spring ...
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Theater heute Juli 2013
Rubrik: Ausland, Seite 44
von Anja Quickert
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