Raum für Ambivalenzen
Ihr nennt es Krise, wir nennen es Krieg», zitiert das Programmheft die ukrainischen Künstler, die sechs Wochen lang am Theater Magdeburg zu Gast waren. Dass der dort geplante «kulturelle Austausch» im «geschützten Raum des Theaters» nicht konfliktfrei verlaufen konnte, erklärt sich schon aus der aktuellen geopolitischen Situation der Ukraine und ihrer jüngeren Geschichte. «Alles ist aufgeladen, ist mehr als es auf den ersten Blick zu sein scheint – ... es geht immer um alles.
»
In militärischen Kreisen gilt die öffentliche Rede, die der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow im Februar 2013 hielt – ein gutes Jahr bevor Russland die ukrainische Halbinsel Krim annektierte – als dessen Blaupause. Im Nachhinein. Denn während Russland gezielt die Grenze zwischen Krieg und Frieden durch «hybride Kriegsführung» verwischte, das Ineinandergreifen von offenen und verdeckten Operationen, diplomatischer Taktik, ökonomischem Druck und einem bis dato unbekannten Ausmaß an Desinformation und Propaganda mittels digitaler und sozialer Medien, blickte die Europäische Gemeinschaft hilflos auf die Ereignisse am Schwarzen Meer. Mittlerweile haben sich Krim-Annexion und der andauernde Krieg im ...
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Theater heute Juli 2016
Rubrik: Ausland, Seite 38
von Anja Quickert
Alles low hier, low voltage, low speed, low key, auch low noise und vielleicht sogar, irgendwie, wenn das denn im Theater geht, low carb (oder fat). Ein kleiner, ganz und gar nicht auftrumpfender, langsamer Zaubererabend im Mainzer Großen Haus, von Thom Luz mit dem Musiker Mathias Weibel erarbeitet. Ein kleines Ensemble von Low-Performern (was in diesem...
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Auch darstellungstechnisch betrachtet ist Gewalt der Ernstfall: Der vielleicht deutlichste Unterschied zwischen Film und Theater besteht in der Illusion von Gewalt, die sich im Film sehr plastisch erzeugen lässt. Im Theater dagegen kann körperliche Gewalt nur höchst bedingt dargestellt werden, da sie zu Verletzungen führen würde. Eine Spielart der klassischen...
