Die drei Fragezeichen
Warum geht zur Zeit alles den Bach runter? Statt sich lange am Kopf zu kratzen, sollten die Analysten vielleicht einfach mal Jonathan zuhören. «Da wo ich lebe, ist die Auswahl so groß, dass das Wollen nur noch eine Fiktion ist, an der man sich entlang hangelt», jammert er in Meike Haucks Stück «Mad in America». Und dass das Land mittlerweile so liberal ist, «dass man ja immer gegen offene Türen rennt oder schon gar nicht mehr das Bedürfnis hat zu rennen. Weil anscheinend ja alle Türen offen sind.
» Wer wundert sich da noch über Konsumverweigerung und Reformstau?
Mit dieser Lethargie-Apologie rennt Meike Hauck beim Typus der von ihr beschrieben 20- bis-30-Jährigen wohl auch offene Türen ein. Wobei sie die «Wir kommen, um uns zu beschweren»-Haltung so penetrant zeichnet, dass man sie glatt verdächtigen könnte, ein paar morgens um drei in der WG-Küche geführte Diskussionen zum Generations-Essay zu verpacken. Dem steht entgegen, dass manche Passage gerade um jenen feinen Hauch zu selbstmitleidig gestaltet ist, der diesem Spiegel satirischen Schliff gibt. Wie das Bewusstsein um die komplexen globalen Zusammenhänge jegliches Handeln erschwert, das ist jedenfalls so sehr Thema des Stücks, ...
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Das ist kein Hörspiel», raunte die Stimme. «Das ist die Wahrheit!» In diesem Moment ahnte man es bereits: In der kurzen Pause, die entstand, während das Tonband weiterleierte, einem fahrigen, immer wieder vom Knacken der Stopp- und der Aufnahmetaste unterbrochenen Selbstgespräch entgegen, nahm ein Phantom Gestalt und Namen an, das der Wettbewerb sich hätte erfinden...
Es ist schon ein Kreuz mit der Kunst und dem Kapitalismus. Eine echte Liebesbeziehung im Stil feudalistischen Mäzenatentums will sich da partout nicht einstellen, zumindest nicht, wenn keine krisenfesten Sammlerwerte in Aussicht stehen. Stattdessen gefährdet die schnöde Profitgier die letzten Refugien von Poesie, wo geschriebene Worte und komponierte Töne noch frei...
Frage: Man findet nach einem Flugzeugabsturz fünf Leichen mit Silikonimplantaten, was ist das? Antwort: eine Girlgroup.» Nun ist dies keine Anekdote aus der amerikanischen Bestattungsunternehmer-Serie «Six Feet Under», sondern ein ganz normaler Schweizer Bestattungsunternehmer-Witz und hat eigentlich nicht wahnsinnig viel mit Max Frischs Roman «Homo Faber» von 1957...
