Karneval nach dem Sturm
Nur knapp entging New Orleans dem Schicksal von Atlantis, als vor beinahe sechs Jahren die Dämme brachen und die Flut von Hurricane Katrina die Stadt in den Mississippisümpfen überschwemmte. Bilder von im Superdome zusammengepferchten und im Schlammwasser ertrinkenden Menschen flackerten über Bildschirme gemeinsam mit Nachrichten über den kompletten Zusammenbruch des Notfallsystems der Bundesbehörde. Zwei, drei Monate später schien das größte Chaos überstanden, und die Nation richtete ihr Augenmerk auf andere Desaster.
Doch was bleibt einer Stadt nach einer Katastrophe solchen Ausmaßes, die ganze Bezirke unter Wasser setzte, zahllose Leben forderte, die Wirtschaft lahmlegte und das sozial-politische Gefüge zerrriss? Für den Weg in eine Normalitat ist New Orleans, Wiege des Jazz und Mekka der Performance-Künste, nicht viel mehr geblieben als genau das: Musik, Theater und natürlich Mardi Gras, zwei ekstatische Wochen im März, auf die New Orleans das ganze Jahr hinfiebert.
«How to build a forest?»
Alles tanzt. Musik brüllt aus Lautsprechern. Scharen Kostümierter strecken sich schreiend nach Perlenketten, und meterhohe, kunstvoll dekorierte Paradewagen schieben sich durch die ...
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Theater heute Juli 2011
Rubrik: Ausland: New Orleans, Seite 32
von Sascha Just
Eine dramatische Figur muss nicht unbedingt liebenswerte Züge haben. Aber Robert Keller in Reto Fingers «Haus am See» ist durch und durch unangenehm. Nicht böse – das wäre etwas ganz anderes –, nein, unangenehm. Ein Fabrikant, der seinen Bruder Max als Buchhalter knechtet; der seine Frau demütigt und seiner Schwägerin nachstellt; der eine schwangere Geliebte...
Nein, in der Haut dieses Mannes möchte man nicht stecken. Dass der Knecht Nikita das arme Waisenmädchen Marinka hat sitzenlassen, dass er im Verbund mit seiner intriganten Mutter und der Geliebten Anisja deren Mann Petr, seinen einstigen Herrn, vergiftet hat, dass er wiederum Anisja das Erbe entwendet und es mit deren Stieftochter Akulina verprasst hat – all das...
Anklam, Landesbühne
Kasse: 039 71/20 89 25
8. Strahl, Ein irrer Duft von frischem Heu
R. Birgit Lenz
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
Tel.: 037 33/130 12 16
9. Berg/Bott, Drei Haselnüsse
für Aschenbrödel
R. Tamara Korber/Thomas Lange
Baden-Baden, Theater
Tel.: 072 21/93 27 00
8. Bode/Felden, Bei ihnen zuhause
R. Nicole Felden, Tobias Bode
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