Geiz auf Probe

Moers Molière «Der Geizige»

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Das ist die Dramaturgenfrage: Was wollen wir mit diesem Stück erzählen? In Moers wirft der Regisseur ein paar Assoziationen zur Zeitgenossenschaft von Molières «Geizigem» in den Raum: «Geiz ist geil … wir zeigen diese ganze Überflutungsgesellschaft … eine immer-geile Inzestfamilie ... mit mehreren Fat-Suites übereinander …» Komplett wird das Klischee durch DEN Sinnspruch des modernen Regiequacksalbers: «Geschichten kann man nicht mehr erzählen, die sind alle auserzählt.

»

Die Proben-Parodie, mit der Philipp Preuss seine Inszenierung beginnt und die den Rahmen des ganzen Abends bildet, könnte in lausigste Provinz-Comedy abgleiten. Sie tut es nicht, und das ist beachtlich. Da sitzen vier «Schauspieler» an kargen Probenraumtischen neben der Jumbo-Kaffeekanne und hören sich müde gelangweilt, irritiert skeptisch oder arschkriecherisch fasziniert an, was ihr Chef da von sich gibt. Das gelingt so unaufgeregt, ja glaubwürdig, dass es statt albern witzig ist und – ahnt man – gar nicht so weit weg von der Realität. So, wie Frank Wickermann den «Regisseur» zwischen Abgefucktheit, Arroganz und Ambitionen changieren lässt, könnte er wahrscheinlich noch manch echten Intendanten beeindrucken.

Philip ...

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Theater heute August/September 2011
Rubrik: Chronik, Seite 76
von Vasco Boenisch

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