Blicke ins Offene
Er war ein Mann der Mengen. Als er einmal in seinem geliebten Kochbuch von Paul Bocuse ein Kuchenrezept studierte, das unter anderem 24 Eier verlangte, sagte er zu seiner Tochter, die den Einkauf besorgte, «kauf 32»; als seine Kumpane in der Jugend aus Reisig und Holz die Osterfeuer richte-ten, stapelte er Autoreifen, steckte sie kilometerweit sichtbar in Brand, und auf die Frage, wie viel PS sein Porsche habe, antwortete er «genug».
Mit ihm zu arbeiten, hieß, sich in ein Dickicht von Ideen und Fantasien zu begeben, der bei näherem Hinschauen aber die Möglichkeiten des Textes präzise auffächerte. Seinen Regie-Partnern machte er es leicht, indem sie bei ihm aus dem Vollen wählen konnten. Den Präsentationen seiner Modelle bei den technischen Direktoren und Werkstattleitern folgte stets ein aufgeregter Diskurs um Geld, Zeit und – eben Mengen. Aber beeindruckt waren sie immer, die Herren der Kunstkontrolle an den Stadt- und Staatstheatern – beeindruckt von der Fülle seiner Fantasie –, und am Ende hob sich der Vorhang über ein weiteres Kapitel Wolf Münznerscher Weltsicht.
Seine Bühnenbilder, die nicht selten das Attribut visionär verdienten, sind in keine Kategorie einzuordnen, ...
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