«Mein Spezialgebiet ist heiße Luft»
Bei den Autorentheatertagen des Deutschen Theaters Berlin konnte man im Juni eine reizende Szene erleben. Eine Dramatikerin saß im Dienste der Publikumsansprache auf dem Podium und ließ sich von einem Dramaturgen Fragen zur Person stellen. Die Routinefrage, wie sie denn für ihr neues Stück recherchiert habe, kontert sie mit einem amüsierten: «Das ist ein Selbstporträt.» Der Dramaturg unternimmt einen zweiten Anlauf: «Hast Du Dich selbst interviewt?» Antwort der Künstlerin: «Sicher.» Je knapper ihre Antworten ausfallen, desto ausführlicher wird der Dramaturg.
Die Künstlerin lehnt sich entspannt zurück und lässt ihn den Job erledigen: «Red’ ruhig weiter, ich bin heute eh etwas angeschlagen.» Zwischendurch klingelt ihr Handy, sie geht nonchalant ran. Besorgte Nachfragen des Dramaturgen zum Stress im Leben einer Dramatikerin lässt sie ebenso freundlich an sich abperlen («Ich habe kein Problem damit, Stückaufträge abzulehnen») wie seine Frage, wie sie es denn mit ihrem «Selbstmanagement» halte. Gutgelaunte Replik der Künstlerin, der an diesem Abend noch ein mit 5.000 Euro dotierter Dramatikerpreis winkt: «Ich werde mich nach der Vergabe des Preises wieder dem Hippietum widmen.»
Felici ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Das Stück des Jahres, Seite 136
von Peter Laudenbach
Immer noch versammeln wir uns in und vor Guckkastenbühnen, um den Menschen zu betrachten. Aber es gibt auch offenere Situationen, in denen die Zuschauer sich auf der Bühne befinden und sich mit den Akteuren mischen, selbst zu Betrachteten oder zu
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Wer im Theater von Kunst redet, wird möglicherweise ein bisschen schief angeschaut. Man will ja nicht im Elfenbeinturm enden. Trotzdem muss es im Theater Freiräume geben, die andere Begegnungen, Arbeitsformen, Gedankenspiele und Utopien ermöglichen als im durchfunktionalisierten Alltag, das bezweifelt kein Theaterkünstler. Aber wie viel Freiraum bietet das...
Felicia Zeller hat sich auf Sprachsuche begeben in den Floskeln und Redewesen unserer hippen Dauerkreativen, denen Kunst und Leben im Selbstvermarktungsstress verschwimmt. Da fühlen sich die Kritiker unserer Jahrbuch-Umfrage sofort angesprochen: «X-Freunde» ist das Stück des Jahres!
