Gutes Gift
Richard Herzinger wettert in seinem Essay (mit reichlich Schaum vor dem Mund) dagegen, dass die drei blauen Bände des «Kapitals» heute wieder gelesen und diskutiert würden, dass sie wieder «salonfähig» seien – er tut ja geradezu so, als sei es «Mein Kampf», toxisches Material, das man verbieten muss. Argumentativ bezieht er sich allerdings so gut wie gar nicht auf «Das Kapital», sondern auf das «Kommunistische Manifest» und auf die Geschichtsphilosophie von Marx/Engels.
Er versucht, mit der bei Marx wenig ausgebauten und für uns heute nicht mehr wirklich interessanten Klassenkampftheorie, mit einem Manifest, das natürlich polemisch ist, weil es ein Manifest ist, die wissenschaftlich, denke ich, ziemlich unbestritten seriöse Analyse des Kapitalismus von Marx/Engels totzuschlagen.
Es geht ja im «Kapital» (egal ob dunkelblau oder rosa eingebunden) gar nicht um die Übernahme der Produktionsmittel durch die proletarischen Massen, sondern es geht um die Analyse der Ware, ihrer Wertform, der Entstehung des Mehrwerts und des Gesetzes des tendenziellen Falls der Profitrate; letzteres ist, neben der immer noch auch sprachlich oder sprachbildlich lesenswerten Beschreibung des ...
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