The Man with the Fan
Am 8. April im HAU Berlin mit «Something for the Fans»
Es tut mir so leid! Ich bin schon wieder zu spät.» Mit fast kindlicher Unbeholfenheit sinkt Damian Rebgetz aufs Sofa der «Wohnzimmer»-Bar im Prenzlauer Berg, fünf Minuten nach dem vereinbarten Termin. Unwillkürlich beginnt man zu lächeln, völlig entwaffnet vom plötzlichen Anstieg der sozialen Temperatur. Damian Rebgetz kann jeden Auftritt in einen großen verwandeln: Man möchte die Welt verändern, damit sie besser zu ihm passt.
Seit acht Jahren lebt der 36-jährige Australier in Berlin.
Seinen Master in Sound Studies hat er 2010 an der Universität der Künste abgeschlossen, seitdem steht er immer häufiger auf der Bühne: in den eigenwilligen Musiktheater-Inszenierungen von Ruedi Häusermann und Anna-Sophie Mahler, mit den Performance-Kollektiven Gob Squad und She She Pop oder in kafkaesken Raum-Installationen von Dominic Huber. Doch selbst im Diversity-geschulten Umfeld der Berliner HAU-Community fällt der große, jungenhaft wirkende Sänger und Performer auf. Ab der kommenden Spielzeit werden seine immer etwas verloren wirkenden Bühnenfiguren die Empathiebegabung des Münchner Publikums prüfen, denn die Erfolgsgeschichte des Wahlberliners setzt sich im Ensemble der Münchner Kammerspiele ...
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Theater heute Dezember 2014
Rubrik: Akteure: Damian Regbetz, Seite 48
von Anja Quickert
Was macht eigentlich Robert Stadlober (der wuschelköpfige «Wuschel» aus Leander Haußmanns DDR-Grenzerkomödie «Sonnenallee», der mit der Rolling-Stones-Doppel-LP unterm T-Shirt)? Er sieht eigentlich noch immer wuschelköpfig aus, trägt inzwischen Anzug, hat eine E-Gitarre in die Hände genommen und singt Lieder zum Lobpreis von Herbert Marcuse: «Der eindimensionale...
Das Melodram ist so etwas wie das verstoßene Kind der Filmgeschichte. Einstmals ganz nah am Herzen, ist es irgendwann in Ungnade gefallen. Heute schämt man sich fast ein bisschen, wenn man an all die Tränen denkt, die man wegen der alten Familiengeschichten vergossen hat.
Wenn in Thiemo Strutzenbergers Stück «Hunde Gottes» das Genre des Melodrams wieder aufgewärmt...
Ob als Terrorismus oder Todeskrankheit, täglich rücken die Katastrophen näher. Vielleicht ja ein Glück – falls nach dem finalen Reset endlich mal eine bessere Menschheit kommt und diesen monströsen Zellhaufen Unfähigkeit ablöst. Claudia Bosse hat ihrer neuen Arbeit am FFT den paradoxen Titel «catastrophic paradise» gegeben, der einen gewaltigen, aber auch unklaren...
