Kein Inhalt ohne Struktur!
Liebe Redaktion,
Ich finde es schwer, einen Beitrag zu schreiben, der meine Bedürfnisse als Regisseurin formulieren soll, ohne direkt auf die bestehenden Arbeitsbedingungen an den Theatern einzugehen. Denn diese zu verändern, zu verbessern, sind meine Bedürfnisse! Also würde ich zwangsläufig über «zu feste Strukturen», «zu kurze Produktionszeiten», «zu strenge Hierarchien», «zu hohen Leistungsdruck» und dergleichen schreiben.
Das ist in letzter Zeit schon hundertmal gesagt worden und nicht das, was Sie sich als Beitrag «Mein ideales Theater – eine Utopie» wünschen.
Aber es ist das, was mich in der Praxis umtreibt. Ich kann nicht in den luftleeren Raum denken.
Das ideale Theater ist das Theater, das einem künstlerische Freiheit schenkt. Die Kunst sollte sich nicht dem Apparat beugen müssen. Und schon wieder wäre ich beim Apparat.
Das Unberechenbare hat am Theater keinen Raum mehr. Und das liegt meiner Meinung nach an den Zwängen der Institution, an den Strukturen.
Es ist leider müßig; ich finde keine Worte, meine Visionen und Wünsche zu benennen, ohne auf den Probenalltag hinzuweisen, ohne mich zu beklagen. Und ich möchte mich ungern in der Öffentlichkeit beklagen.
Das klingt jetzt ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 8
von Karin Henkel
Neulich war ich für ein Projekt auf dem Balkan, bestellte bei einem Barkeeper ein Bier, bis er mich fragte, was ich so mache? Ich sagte, ich bin Schauspieler, nein nein, was ich tue, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen; und mit dem Bier schob er mir mein Trinkgeld zurück. Als ich in Thailand dieselbe Frage gestellt bekam, war ich schon gar nicht mehr verwundert,...
Ich möchte ein Theater aus Glas haben.
Mitten in der Stadt.
Das Theater besteht aus zwei Gebäuden.
Beide haben eine Ur-Form.
Das eine hat den Grundriss eines Kreises, das andere ist ein Quadrat.
Die Wände sind aus Glas.
Wenn man auf der Straße vorbeiläuft, kann man reinschauen und
sehen, wie geprobt wird.
An manchen Probentagen ist die Fassade geöffnet, und die...
Ja, ich bin in Wolgograd geboren. Kennen Sie wahrscheinlich besser als Stalingrad. Und ja, wir haben den Krieg gewonnen!», kontert Marianna Salzmann mit einem angriffslustigen Lächeln, wenn man sich vorsichtig ihrem «Hintergrund» nähert. Spiel, Satz, Sieg, versenkt. «Ich bin jiddischer Witz, eine Jüdin aus Stalingrad, die jetzt in Deutschland lebt.» Über ihr...
