Anwalt der Nische
Um den Künstler herum, um die Kunst herum. Im Gemenge der Berufe, die zwar nah dran sind oder gar mittendrin, aber nicht selbst künstlerisch, nicht unmittelbar selbst künstlerisch, hat der Kurator das jüngste und unklarste Profil. In der Bildenden Kunst, wo er innerhalb kurzer Zeit zum Star avancierte, steht er zwar im Mittelpunkt einer Auseinandersetzung, die er im Wesentlichen selbst führt. In Tanz, Theater, Performance aber ist er noch immer selten und vor allem: weitgehend unbeachtet.
Was umso überraschender ist, als er in den freien performativen Künsten längst eine wirkmächtige Rolle spielt bei der Definition und Organisation von Kunst, Diskursen, Formaten, Finanzen.
Berufsbild aus der Bildenden Kunst
Nun gehört es zum Profil vieler Jobs im freien, experimentellen, internationalen Theater (also jenem Theater außerhalb der fixierten Strukturen und relativ fixierten Ästhetiken der meist nur innerhalb ihrer Landes- und Sprachgrenzen wirkenden Stadttheater), dass es kein klares Profil gibt. Was macht ein Dramaturg ohne Drama, ein Kritiker ohne Kriterienkatalog, ein Tänzer ohne Tanz, ein Regisseur ohne zu inszenierenden Text? Dem Theater-Kurator aber steht nicht einmal ein ...
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Theater heute April 2011
Rubrik: Die Kunst der Kuratoren, Seite 6
von Florian Malzacher
Es waren vergleichsweise idyllische Zeiten, als Festivalmacher wie kleine James Cooks durch die Welt reisten und interessante Theaterkompagnien entdeckten, als wären es unbekannte Inselgruppen. Man packte eine New Yorker Off-Off-Produktion ins Körbchen, ließ sich vom Direktor eines argentinischen Hinterhoftheaters unter den Tisch saufen und steckte, vom Kollegen...
Und es existiert doch, das Nachspiel. Das Deutsche Theater ist sich nicht zu fein, Nis-Momme Stockmanns in Frankfurt uraufgeführtes Vater-Sohn-Drama «Die Hässlichen und die Brutalen» David Bösch anzuvertrauen. Noch tiefer gräbt Stephan Kimmig am DT, der Judith Herzbergs Stücke «Leas Hochzeit» (1982), «Heftgarn» (1995) und «Simon» (2002) zu einer jüdischen...
Duzen Sie Ihren Chef? Herrscht bei Ihnen auch diese lockere Arbeitsatmosphäre mit offener Tür, Relaxzone und dem Zwang, mit irgendwem Mittagessen zu gehen? Und ist Ihnen
das auch manchmal unheimlich? Ein Arbeitsverhältnis, das angeblich auf Vertrauen basiert, aber letztlich nichts daran ändert, dass man Sie irgendwann kündigt, Ihr Chef aber nur abgefunden werden...
