Schicke Clique
Wir sind nicht in Rom, wir sind nicht in Ägypten, wir sind auch nicht antik, nein, wir sind so jung, so reich, so cool, und wir sitzen in der «Sodom & Gomorrha Show». Genau genommen sitzen wir mit «Antonius und Cleopatra» im Theater Basel. Der Refrain der Pet Shop Boys stampft durch unsere Gehörgänge, und vorn an der Rampe reiht sie sich auf, Cleopatras Chorus-Line. Eine schicke Clique. Ausgestattet mit allem, was das Atelier des Zürcher Couturiers Tran Hin Phu hergibt.
Aufgekratzt durch den Auftritt ihres Alphamenschen: Marcus Antonius Superstar, der Siegreiche aus der Schlacht von Philippi, der nun in Alexandria Urlaub von der Politik nimmt, weil er Cleopatra und die große Geste liebt.
Jan Bluthardt tritt auf wie Sodoms Showmaster. Er quert die Brücke über den Sündenpfuhl, den Bühnenbildner Alex Harb als rot glühende Hades-Lounge im Boden versenkt hat. Antonius schenkt uns eine triumphale Pose, schreitet zur Königin, drückt ihr einen Kamerakuss auf die Lippen. Einen Kuss für die Massen und weniger für diese blondierte Cleopatra, die bei Renate Jett deutliche Züge des Alterns und überdeutliche Züge der Dekadenz zur Schau trägt. Wohin will so einer eigentlich mit so einer? Nun, ...
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Das ist der ideale Ausgangspunkt für den amerikanischen Filmemacher Wes Anderson, der Anachronismus und nutzloses Wissen zu einem wichtigen Stilprinzip entwickelt hat. In «The Darjeeling Limited» erzählt er von drei amerikanischen Brüdern, die sich in Indien treffen, um eine Zugreise zu unternehmen. Von Francis Whitman (Owen Wilson) ging die Initiative aus, Jack...
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Falls man jedoch die...
