Weil ich ihn essen will
Ich glaube, Theater ist dann am besten, wenn eine Spannung zwischen Strukturen und dem dringenden Impuls besteht, Formen zu verändern und neu zu erfinden. Künstler arbeiten unter dieser Spannung am besten. Theaterabende funktionieren, wenn diese Spannung vorhanden ist. Ich glaube, sie verleiht jeder Einrichtung neue Energie und verhindert die Erstarrung zur Institution. Spannung ist lebenswichtig, und lebenswichtig ist meiner Ansicht nach auch, dass man Menschen, die künstlerische Einrichtungen leiten, den Raum und die Energie zugesteht, diese neu zu erfinden und neu zu imaginieren.
Sobald Theaterstücke oder Künstlerleben oder Einrichtungen erstarren, sind sie meines Erachtens praktisch überflüssig. Um Vitalität zu besitzen, müssen sie zunächst lebendig sein. Aus diesem Grund ist es so aufregend, hier zu sprechen, und aus diesem Grund ist es eine Ehre, Chris Thorpes Arbeit beim Theatertreffen und in Berlin vorzustellen.
Mein Job ist es jetzt, Ihnen in sieben Minuten von Chris Thorpes Arbeit zu erzählen und zu erklären, warum ich mich für ihn entschieden habe. Aber aus einem Geist heraus, den Sie hoffentlich akzeptieren werden wie Chris es ganz bestimmt tut, lasse ich es bleiben. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juli 2014
Rubrik: Akteure, Seite 30
von Simon Stephens
Vier Studenten machen einen Ausflug. Per Regionalzug geht es nach Dresden, weiter per Mietwagen in die Lausitz. Ins Wolfsrevier. In die versehrte Landschaft. Ins Herz der Finsternis. «Steppengesänge» von Adele Dittrich Frydetzki, Kristina Dreit, Marten Flegel und Anna Froelicher ist ein vielfach geloopter Reisebericht, der bei jeder neuen Umdrehung ein Stück...
Die Grenze zu Russland ist lang, aber auch das dürften die Finnen entspannt und
lakonisch hinnehmen. Im Norden Europas hält man Kontakt zu eisigen Polarnächten und geht etwas öfter in die Sauna, im Süden leuchtet auf der anderen Seite der Ostsee Sankt Petersburg. Und dazwischen? In Finnland, so Jukka-Pekka Pajunen, Länder-Scout des diesjährigen Stückemarktes,...
Wenn der Schluss nicht wäre, das Urteil über Milan Peschels Adaption der Geschichte vom «Mädchen Rosemarie» fiele verdammt eindeutig aus. Peschel greift sich den Mythos der westdeutschen Linken und erzählt nach einem Text von Soeren Voima sehr simpel die Geschichte einer Prostituierten als Parabel auf das böse Nachkriegswestdeutschland. Das Foyer des Hotels...
