Köln: Anpassungsbemühungen
Weitschweifig holt Chronist Gerrit Jansen in spießiger Buchhalter-Kluft vor dem großen Bühnenkarton aus, um die Wurzeln von Parzivals Menschwerdung zu klären. Ausgiebig werden die rastlosen Abenteuer seines flatterhaften Vaters Gahmuret erzählt, den es stets von den Frauen weg- trieb, ehe noch die Kinder geboren wurden. Erst nach und nach illustrieren leicht bewegte Standbilder den spröden Vortrag: Hier ein zurückhaltender Auftritt von Herzeloyde im weißen Kleid, die ihren Kleinen von allem Rittertum fernhalten will und liebevoll bis übergriffig zum tumben Naturkind erzieht.
Da ein Parzival, der in Windelhöschen wie Mowgli im Dschungel geschmeidig die Szenerie umrundet. Marek Harloff fängt Naivität und Neugier riesenbabyhaft überzeugend ein.
Die Welt ist zunächst ganz seine Perspektive: Simeon Meiers giftgrün vernebelter Bühnenquader öffnet sich immer nur so weit, dass man Parzival auf allen Vieren und seine meist vor ihm kniende Mutter sehen kann, der Melanie Kretschmann schöne melancholische Schmerzmomente verleiht. Von den Rittern, die Parzival trotz Mutter-Gefängnis so elektrisieren, erblickt man zunächst nur Beine in feinem Anzugstoff. Als Parzival den roten Ritter tötet, ...
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Theater heute Mai 2015
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Dorothea Marcus
TH Bei der letzten Sitzung der Theatertreffen-Jury kommt die Wahrheit auf den Tisch. Große Dramen, ästhetische Treueschwüre, umkämpfte Seitenwechsel, knappe Entscheidungen. Wie war es in diesem Jahr? Wie viele Stunden wurde gerungen?
Peter Laudenbach Die letzte Sitzung war erschreckend harmonisch.
Stephan Reuter Wir haben uns fast nicht gestritten.
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Am 16. März starb in Basel im 89. Lebensjahr der Schauspieler Buddy Elias. Sein letzter Hauptberuf war von 1996 an die Präsidentschaft des vom Vater Anne Franks 1963 in Basel gegründeten Fonds. Nach dem Tod seines Onkels Otto Frank betrachtete der Schauspieler die Erinnerung an seine Cousine und deren Geschichte als seine zentrale Lebensaufgabe; er verstand die...
Zu Beginn ein gut halbstündiges, aufwändiges Herumwirtschaften in düsteren Räumen. Offenbar handelt es sich um Nonnenalltag in einem Kloster: stumme Szenen mit Krankenpflege, Mittagessen, Arbeit im Salatbeet. Alles minutenweise aufblitzend, nur schemenhaft sichtbar hinter halbdurchsichtigem Vorhang, unterbrochen von großem Kulissen-Geschiebe und Gerenne der...
