Migration und Hintergründe
Ziemliches Pech für Amir Kapoor. Gerade noch ein aufstrebender Staranwalt in New York, der sich 600-Dollar-Hemden kauft und seine Mitarbeiter auch am Wochenende zusammenfaltet, wenn sie nicht sofort zurückrufen, doch keine drei Szenen weiter liegen Karriere und Privates in Trümmern. Job weg, Frau weg, Wohnung weg. Und alles nur, weil er seinem Neffen Hussein einen Gefallen getan und als unvoreingenommener Strafverteidiger ein gutes Wort für dessen unter Terrorismusverdacht stehenden Imam eingelegt hat.
Solches Engagement schätzen die jüdischen Karrierehengste in seiner Topkanzlei gar nicht.
Besonders ungerecht, dass deren Alltagsrassismus ausgerechnet diesen vollintegrierten Vorzeigeamerikaner erwischt, der den pakistanisch klingenden Namen der Eltern, die muslimische Religion und alle weiteren Herkunftsspuren abgelegt hat – und zwar aus voller Überzeugung: Es gibt keinen beredteren Islamkritiker bis über die Grenzen der Aufklärung hinaus als Amir, der seiner von islamischen Ornamenten begeisterten Frau, einer hippen Künstlerin mit naivem Orient-Faible, bei Gelegenheit auseinandersetzt, dass der Koran ein Hassbrief an die Menschheit sei. Das könnte Pegida nicht besser.
Ayad Akhtar, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute März 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Franz Wille
Dass das Theater bei seinem Besuch im Deutschen Bundestag vor «spielerischen Versuchsanordnungen» nicht zurückschrecken würde, war zu befürchten. «Ich bitte Sie jetzt – ohne lange zu überlegen – ihren politischen Standort zu bestimmen», leitet die freundliche Dramaturginnen-Stimme eine Gruppe von gut 150 Menschen im SPD-Fraktionssaal bei der «Aufwärmübung» an....
Aachen, Grenzlandtheater
11. Zeller, Die Lüge
R. Jens Pesel
Aachen, Theater
9. Melle, Partner (U)
R. Eike Hahnemann
18. Walser, Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel
R. Thomas Ladwig
19. nach Lenz, Deutschstunde
R. Bernadette Sonnenbichler
Altenburg/Gera, TPT
11. Paschinger/Stengele, Das zweischneidige Schwert (U)
R. Bernhard Stengele
13. Kästner, Geschichte eines Moralisten
R....
Irgendwann während der Lektüre von Roland Schimmelpfennigs erstem Roman «An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts» werden einem mit Sicherheit Titel früherer Theaterstücke des Autors einfallen: «Aus den Städten in die Wälder, aus den Wäldern in die Sädte» etwa; dann vielleicht «Für eine bessere Welt» oder «Die vier Himmelsrichtungen»,...
