Ein ganz anderes Arbeiten
Bernd NoackHerr Zehelein, Sie engagieren sich als Präsident des Deutschen Bühnenvereins sehr für die Landesbühnen. Was fasziniert Sie denn so besonders daran?
Klaus ZeheleinLandesbühnen sind keine Wandertheater, die Gastspiele absolvieren, sondern sie sind Theater für jene Regionen, die nicht über feststehende Theater verfügen. Im Gegensatz zu den Tournee-Theatern arbeiten sie kontinuierlich in den von ihnen bespielten Gemeinden und Städten. Diese kulturelle und künstlerische Kontinuität ist es, die die Landesbühnen auszeichnet und unverzichtbar macht.
Es geht ihnen weniger darum, flächendeckend Kultur zu produzieren, als vielmehr ihren Sinn in der Entwicklung regional und inhaltlich bezogener, bewusster Entscheidungen zu begreifen. Zum Beispiel widmen die Landesbühnen über ein Drittel ihres Engagements Kindern und Jugendlichen. Ich weiß, dass viele an den Landesbühnen Arbeitenden ihr künstlerisches und gesellschaftliches Engagement als etwas Selbstverständliches erachten.
NoackDas klingt alles so positiv, dass man Angst hat zu fragen, ob da nicht doch irgendwo ein Haken ist ...
ZeheleinVorenthalten werden sollen nicht die Umstände, die Bedingungen, unter welchen diese Arbeit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juli 2011
Rubrik: Fahrendes Volk, Seite 13
von Bernd Noack
Sechs Hunde, sechs Menschen, da muss man stark sein, um nicht vor der vierbeinigen Authentizitäts-Offensive auf der Bühne zu kapitulieren und als menschlicher Akteur womöglich in der Herrchen/Frauchen-Rolle steckenzubleiben. Für echte Theatertiere kann die unmittelbare Konkurrenz aber auch Ansporn sein, Instinkt und Intellekt mit animalischer Selbstverständlichkeit...
Alvis Hermanis wurde im Westen zwar mit Gogols «Revisor» bekannt; berühmt aber ist der lettische Regiestar nicht für seine Repertoireinszenierungen, sondern für semidokumentarische Abende wie «Das lange Leben» oder «Väter», die er gemeinsam mit den Schauspielern entwickelt. Um Shakespeare oder Tschechow hatte Hermanis bisher einen Bogen gemacht. Bei Shakespeare...
Nein, in der Haut dieses Mannes möchte man nicht stecken. Dass der Knecht Nikita das arme Waisenmädchen Marinka hat sitzenlassen, dass er im Verbund mit seiner intriganten Mutter und der Geliebten Anisja deren Mann Petr, seinen einstigen Herrn, vergiftet hat, dass er wiederum Anisja das Erbe entwendet und es mit deren Stieftochter Akulina verprasst hat – all das...
