«Bitte ohne Schusswaffen reisen»
Allen Unkenrufen zum Trotz hängen keine Kokainpäckchen an den Zweigen des Waldes von Birnam, als der sich – Jürgen Gosch hat es in ein ebenso einfaches wie sinnfälliges Bild gefasst – auf das Schloss des finsteren Macbeth zubewegt. Was nicht heißt, dass Kolumbien das Drogen- und das Gewaltproblem bereits unter Kontrolle hätte, aber sagen wir es so: Man arbeitet daran. Kolumbien ist auf dem Weg in die Zivilisation, und wo immer man mit jungen Kolumbianern spricht, spürt man einen mit großer Herzlichkeit und viel Charme vorgebrachten Nationalstolz.
Diese Menschen sind es einfach leid, mit immer den gleichen Problemen in Zusammenhang gebracht zu werden, sie sind aufgeschlossen, interessiert an den Dingen dieser Welt, nicht nur den eigenen, und das gigantische Festival, das sie alle zwei Jahre feiern, ist dafür der beste Beleg.
50 Produktionen, 300 Vorstellungen
Ursprünglich nur ein Ableger des Festivals von Caracas, gilt das Ibero-amerikanische Theaterfestival von Bogotá inzwischen als das größte der Welt: Über 300 Vorstellungen sind an rund 20 Spielstätten in zweieinhalb Wochen zu sehen, weit mehr als 50 Produktionen aus allen Kontinenten; 10 Millionen US-Dollar kostet das Ganze, ...
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Das Jahr 2175 wird niemand herbeisehnen, jedenfalls wenn es nach Anja Hilling geht. Ihr Science-Fiction-Szenario entwirft eine Welt nach der Klimakatastrophe, in der sich keiner ungestraft der frischen Luft aussetzt und jeder Sonnenanbeter bei lebendigem Leib gegrillt würde. Stattdessen behilft man sich mit bescheidenen Innenwelten: Eine Spezialfirma bietet...
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"Alles trocken." Die junge Kollegin kann nicht mehr weinen, seit sie den perfekten Moment erlebt hat, in dem sie beim Spielen selbst glaubte, sich und alle Zuschauer in ein anderes Sein befördert zu haben. Noch wundert sie sich, dass dieser Moment nicht wieder herstellbar ist – wie der Dornenauszieher in Kleists «Marionettentheater». Marcelline wundert sich schon...
