Musik: Pop im Repertoire
Es gibt sie wirklich – Mails, die alle Probleme mit einen Handstreich aus der Welt schaffen können. Bei Peter Thiessen traf eine solche Nachricht am Anfang des Jahres 2007 ein. Sie stammte von der Regisseurin Friederike Heller und enthielt eine vorsichtige Anfrage: ob er sich vorstellen könne, mit seiner Band die Musik für eine ihrer Theaterproduktionen zu komponieren und das Ergebnis auf die Bühne zu bringen. Das Angebot kam wie gerufen.
Weniger aus künstlerischen denn aus strukturellen Gründen, die viel über die damaligen Umbrüche in der Musikwirtschaft aussagen, war das von ihm geleitete Postrock-Ensemble in eine Schieflage von existentieller Tragweite geraten.
In der ersten Häfte der Nuller Jahre galten Kante in der Welt der unabhängig produzierten Rockmusik als die Band der Stunde. Obwohl in Hamburg ansässig, trafen sie mit eingängigen Songs wie «Die Summe der einzelnen Teile» (2001) oder «Zombi» (2004) das Lebensgefühl einer Generation von Musikhörern, welche die Zeit nach der Wende als gesellschaftlichen Aufbruch erlebt hatten, als Aufforderung, den Mief der Ära Kohl hinter sich zu lassen und die Ruinen des real existierenden Sozialismus, die Straßenschluchten der ...
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Theater heute April 2015
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Christoph Gurk
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Mit großer Wahrscheinlichkeit löst diese Frage beim Vier-Tage-Marathon des freien Theaters ein Krisengefühl aus. Die Gefragte saß zu diesem Zeitpunkt beispielsweise im Shuttle zu...
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