Arbeiterin für eine unzynische Welt
Als ich Eva kurz vor Weihnachten das letzte Mal in der Klinik besucht habe, habe ich kurz nach Verlassen des Krankenzimmers den Impuls gespürt umzudrehen, zurückzugehen und mich zu bedanken. Ich habe diesen Impuls unterdrückt, weil er mir etwas kitschig erschien und, angesichts der zehrenden Krankheit, als ein falsches Signal.
Nun, wo es notwendig geworden ist, Abschied zu nehmen, möchte ich das nachholen, verspätet zwar, dafür aber vielleicht im Sinne, im Namen anderer junger Theaterleute: Sabine Kohlstedt, Marcel Luxinger, Vivien Mahler, Patrick Wengenroth, Adelheid Walther, Christian Holtzhauer, Barbara-David Brüesch, Rainer Frank, Ans Brockfeldt, Gesine Danckwart, Christiane Pohle, Marcel Klett, Claudia Wiedemer, Stefan Düe, Sebastian Weber, Simone Blattner, Stephan Thiel, Victor Calero, Anne Retzlaff und noch viele mehr...
Liebe Eva!
Für mich bist du immer ein Vogel gewesen – in vielen Hinsichten und liebevoll gemeint. Du warst immer zart, dann immer zarter. Aber auch zäh, ein Zugvogel. Ich denke an deine aufmerksamen Augen, das Zwinkern im unruhig sich wendenden Kopf, an etwas Verschmitztes, in der Art wie das Hüpfen der Finken, Spatzen und Meisen. Ich denke an dein ...
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Het Toneelhuis Antwerpen ist eins von drei großen flämischen Stadttheatern in Belgien – die anderen beiden sind das NT Gent (s. TH 3/06) und das KVS Brüssel. Bis zu seinem Wechsel an die Berliner Schaubühne war Luk Perceval Intendant in Antwerpen, nach einem Interimsjahr unter der Leitung des Schauspielers Josse de Pauw ist seit letztem Herbst der Regisseur Guy...
Lachen will der neue Mensch. Zu gut gepanzert gegen Mitleidswirkungen ist unsere Seele, als dass uns mit Tragischem noch beizukommen wäre. Das äffische Gemecker ist der animalische Restreflex des auf- und abgeklärten Zuschauers. Erschüttern kann man nur das Zwerchfell noch. Allein die Groteske kommt uns bei, wusste schon der selige Dürrenmatt.
So beginnt Jorinde...
Alles stimmt, alles passt: der helle, hermetisch geschlossene Raum. Die leicht und sparsam gesetzten Klänge. Das gelbe Kleid der Iokaste. Die weißen Anzüge der Männer. Der schwarz gekleidete Chor – die Kleidung postmodern, mit ein paar historischen Zitaten, einer Schnalle hier, einem Brustpanzerteil da. Requisiten? Keine, doch, zwei Wasserflaschen. Davon später.
Ödi...
