Body goes first
Franz Wille Wenn man sich das «Neue Riga Theater», desen Leiter sie sind, im Internet ansieht, sieht es ziemlich heruntergekommen aus, sehr staubig und baufällig.
Alvis Hermanis Das Haus ist ein Desaster. Vor ein paar Jahren hat mich Werner Herzog angesprochen, weil er bei uns im Haus einen Film drehen wollte, der in den 30er Jahren in Danzig spielt. Und er hat nur in Riga so einen verdreckten Ort gefunden...
FW ... aber gegenüber steht ein neuer «Zara»-Store im internationalen Glas&Beton-Chic wie in Berlin oder sonst überall.
Was ist das für ein Gefühl, jetzt in Riga Theater zu machen, in dieser Turbosituation nach der Aufnahme in die EU, der Westorientierung, der Globalisierung?
Hermanis Wir funktionieren da nach unserer eigenen Logik. Vor 15 Jahren wurde ich Künstlerischer Leiter des Theaters, und unser Haupttrick ist: Die Hardware ist ein normales Repertoire-Staatstheater, aber die Software, der Arbeitsstil, ist wie in einem Theaterstudio, wie in einer unabhängigen Freien Gruppe, nicht wie in einer Fabrik. Dieses Gleichgewicht muss man erhalten. Wir haben ein Ensemble von jetzt 23 Schauspielern, und machen etwa sieben Neuproduktionen im Jahr. In den ersten zwei Jahren war ich ...
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Theater heute November 2012
Rubrik: Akteure, Seite 42
von Franz Wille
Aachen, Theater
10. Erpulat/Hillje, Verrücktes Blut
R. Eike Hannemann
15. Goethe, Iphigenie auf Tauris
R. Jörg Reimer
16. Collodi, Pinocchio
R. Jonas Knecht
Aalen, Theater der Stadt
3. Wittenbrink, Am offenen Herzen
R. Boris Leibold
Altenburg/Gera, TPT
17. Andersen, Die kleine Meerjungfrau
R. Frank Engel (in Gera)
24. Fo, Bezahlt wird nicht
R. Marcus Rehberger (in Altenburg)
Anna...
Das Marathon-Camp, das Ende September in Graz stattfand, war eine kalkulierte Überforderung. 250 Künstler, Theoretiker und Aktivisten waren Teil eines Programms, in dem es um nicht weniger als die Wiedergeburt der Kunst aus dem Geiste des Politischen ging. Rund um die Uhr waren bei der Auftaktveranstaltung des Steirischen Herbsts Diskussionen angesetzt,...
Man wird Erwin Strittmatter keinen übertrieben komplizierten Blick auf die Welt vorwerfen können. Der 1994 verstorbene Autor war fest verwurzelt in seinem dörflichen Niederlausitzer Umfeld, das er in seiner Romantrilogie «Der Laden» von den zwanziger bis in die fünfziger Jahre beschaulich ausbreitet. Eng am eigenen Leben gearbeitet, liefert der elterliche...
