Seid kauzig
Es gibt nichts Schöneres als junge Menschen, die voller Enthusiasmus und Energie Theater spielen. Aber unter uns: Wenn es nicht gerade die eigenen Kinder sind, die sich auf Schul- oder Kitabühnen austoben, ist diese Behauptung reine Heuchelei. Ein gutes Beispiel für die Wirkungsgrenzen von Jugendfrische und Kreativität kann man derzeit in den Kammerspielen des Deutschen Theaters bestaunen.
Dort hat Nurkan Erpulat, der Überraschungs-Regiestar der Saison («Verrücktes Blut»), für «Clash» die derzeit erforderlichen Erfolgszutaten miteinander vermengt: ein interkulturelles Ensemble aus
jugendlichen Berlinern und eine Stückentwicklung, die sich anhand des Science-Fiction-
Klassikers «Planet der Affen» satirisch mit Thilo Sarrazins nassforscher Integrationsforderung auseinandersetzt.
Dazu teilen die 17 Amateure sich auf in «Helden» und «Primitive» (Hartz-IV-Empfänger in Trainingsanzügen aus lila Ballonseide), die sich nach einer Notlandung in die vermeintlich niedrigere Zivilisation der Affen integrieren müssen. Letztere verehren Guru Sarrazin – eine gelegentlich vom Bühnenboden schwebende Schnauzbartpuppe – und wenden seine Geheimlehre (erfolgreich) auf die Menschheit an. Vor dieser ...
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Theater heute April 2011
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Eva Behrendt
Fernsehen
Freitag, 1.
19.40, Theaterkanal: Rosmersholm – Schauspiel von Henrik Ibsen, mit Angela Winkler, Gert Voss, Peter Fitz, Otto Schenk, Klaus Pohl, Annemarie Düringer u.a., Regie Peter Zadek. Aufzeichnung aus dem Burgtheater Wien
(vgl. TH 1/01)
Samstag, 2.
19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften: Theater Kiel – vorgestellt von Esther Schweins. Ein Film von...
Journalisten haben böse Ausdrücke dafür, wenn einer, wie sie sagen, «die Tinte nicht halten kann», und das ist schon selbst einer dieser bösen Journalisten-Ausdrücke. Die Not der Verknappung kennen auch die darstellenden Künste. Am kürzesten ist das Prokrustesbett des Ausdrucks im Film, und das ist ein Grund, warum der Schauspieler Joachim Meyerhoff so gut wie nie...
Und es existiert doch, das Nachspiel. Das Deutsche Theater ist sich nicht zu fein, Nis-Momme Stockmanns in Frankfurt uraufgeführtes Vater-Sohn-Drama «Die Hässlichen und die Brutalen» David Bösch anzuvertrauen. Noch tiefer gräbt Stephan Kimmig am DT, der Judith Herzbergs Stücke «Leas Hochzeit» (1982), «Heftgarn» (1995) und «Simon» (2002) zu einer jüdischen...
