zürich: alexei ratmansky «schwanensee»

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Zürich hat einen neuen «Schwanensee». Und der ist der alte. Alexei Ratmansky hat anhand der Stepanov-Notationen die Fassung von Marius Petipa und Lew Iwanow aus dem Jahr 1895 zu rekonstruieren versucht. Eine immense Arbeit, für die nicht nur das Ballett Zürich und das Junior Ballett Schwäne stellen, sondern auch die Tanzakademie Zürich (tanz 2/16) und die Ballettschule des Opernhauses. Versuch meint hier, dass die Notationen Leerstellen lassen und der russische Choreograf sich zusätzlich auf Fotografien und Filme stützen musste – und auf seine choreografische Logik und Intuition.

Denn wo Menschen tanzen, schreiben sie sich mit ihren Körpern ein. Dass also das, was nun das Ballett Zürich zeigt, immer nur eine Annäherung sein kann an das, was am 27. Januar 1895 in Sankt Petersburg auf die Bühne kam, ist Ratmansky bewusst.

Umso mehr erstaunt, wie leicht im Umfeld der Premiere ihm und den Tanzjournalisten das Wort «Original» von den Lippen bzw. Fingern ging. Haben wir den Diskurs um Original, Wiederholung und Aneignung nicht endgültig hinter uns gelassen? Tschaikowskys Partitur von 1877 hat bekanntlich für die Petipa/Iwanow-Fassung ziemlich (Schwanen-)Federn lassen müssen. Dafür hat er ...

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Tanz März 2016
Rubrik: Kalender, Seite 50
von Lilo Weber

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