Zu Fuss
Der menschliche Fuß ist ein architektonisches Kunstwerk. Wer diese geniale Schöpfung seiner filigranen Brücken- und Bogenstruktur auch immer erdacht hat, sie wurde nicht für die Reglosigkeit erfunden. 26 Knochen, 32 Gelenke, 23 Muskeln und ein Geflecht aus zig elastischen Bändern bieten ein hochdifferenziertes Gebilde für Balance und Stabilität, für schnelle Fortbewegung und hohe Sprünge, aber auch die Sensibilität einer greifenden Hand. Füße sind den Händen verwandt. In ihnen findet sich die Hälfte aller ca. 215 Knochen des Skeletts.
Babys benutzen ihre Füße wie ihre Hände zum Greifen und Stützen. Sie sind als Noch-Vierfüßler der Evolution näher. Ihre Bewegungsentwicklung beginnt im Uterus mit dem Greifen und Spreizen der Zehen. Dieses reflektorische Pulsieren pflanzt sich bis zum Kopf fort. Später kriecht und krabbelt der Säugling oder geht wie ein Bär, bevor er als Zweibeiner den schwierigen Weg des Homo Erectus einschlägt. Dann verlieren die Füße meist ihre «handige» Qualität. Wer die Fotosammlung des Reformpädagogen Heinrich Jacoby in seinem Buch «Jenseits von ‹begabt› und ‹unbegabt›» kennt, wird sich über das verschüttete Potenzial unserer Fähigkeiten nicht mehr wundern, ...
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