Wozu braucht es hier noch einen Mann?
Da steht sie, aufrecht und schmal, schlichter schwarzer Anzug, flaches Schuhwerk, die Arme links und rechts um ihre Tänzerinnen geschlungen. Festen Schritts tritt sie an die Rampe und nimmt die Ovationen ihres Publikums entgegen. Dennoch, ein skeptischer Blick über die Scheinwerfer hinweg streift das Parkett, der Hauch eines Lächelns spielt um ihre Lippen.
Draußen, im Foyer des Wuppertaler Schauspielhauses, hängt das Bild einer anderen Frau, die doch dieselbe ist.
Vor 42 Jahren ist es aufgenommen, im Folkwang-Studio, und zeigt Pina Bausch mit allen Insignien der fashionablen Sixties: ein Lidstrich à la Callas, darüber elegant geschwungene Augenbrauen, falsche Wimpern und ein sinnlicher Mund, wie ihn Audrey Hepburn als Holly Golightly zum «Frühstück bei Tiffany’s» spazieren führt.
42 Jahre, das sind zwei Generationen oder ein halbes Menschenleben, in diesem Fall aber vor allem an die fünfzig Stücke, die sich ein festes Publikum erobert haben. Spielzeit um Spielzeit fiebern Bausch-Enthusiasten der neuen Kreation entgegen, während die gemäßigten Bewunderer seit einigen Jahren Ermüdungserscheinungen ausmachen. Zu Recht, zu Unrecht? Sowohl als auch. Wer das wie immer namenlose «Stück ...
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Der belgische Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui und der britische Bildhauer Antony Gormley arbeiteten (mit Akram Khan) bereits an «Zero Degrees» sehr erfolgreich zusammen. Für ihr neuestes Stück liefert der junge polnische Komponist Szymon Brzóska die Live-Musik, und Cherkaoui erfüllt sich einen lang gehegten Traum: mit den Mönchen des Shaolintempels in China zu...
In England gelte sie als cutting edge, sagt sie: «als total experimentell, obwohl meine Arbeit bewegungsorientiert ist». Stephanie Schober aus Freiburg, die nach begonnenem Medizinstudium die dreijährige Laban-Ausbildung in London absolvierte, choreografiert dort seit 2002 für ihre eigene Kompanie. Wegen der Fördersümmchen in kleinen und wechselnden Besetzungen....
2008, auf den Straßen wälzen sich die Massen voran. Zur Arbeit, nach Hause, zum Vergnügen. Die größten Plakate verkünden den Kinostart von «Sex and the City». Im Mittelpunkt das Happy End am Altar. Die Braut trägt Weiß, um in aller Öffentlichkeit ihre Unschuld zu demonstrieren. Demonstrieren? Oh bitte, vierzig Jahre sind kein Fliegenschiss. Im nordfranzösischen...
