Ivan Liska, Foto: Bayerisches Staatsballett

Workshop in Leipzig

Ivan Liška

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Als Leiter des Bayerischen Junior­balletts geben Sie bei der «euro- scene Leipzig» einen Workshop zum «Triadischen Ballett». Wie wird er aufgebaut sein? Der Workshop ist für Amateure und semi-professionelle Tänzer, also habe ich drei Tänze ausgewählt, die leicht zugänglich sind: den «Hampelmann», die «Spirale» und die «goldenen Kugeln». Dabei geht es unter anderem um die zweidimensionale Raumerfahrung, horizontale und vertikale Bewegungen, Einschränkung und Kontrolle.

Wie genau wir vorgehen, ist nicht festgeschrieben – da bin ich glücklicherweise der Spontaneität verpflichtet, denn ich werde von den Teilnehmenden ausgehen und mich nach ihren Vorkenntnissen und Voraussetzungen richten. Wichtig ist Präzision. Durch präzise Anleitung können sowohl professionelle Tänzer als auch Amateure viel mitnehmen.

Was lässt sich von Oskar Schlemmers «Triadischem Ballett» in der Fassung von Gerhard Bohner, die Sie selbst getanzt haben, weitergeben? Die Bedeutung eines einzelnen Schrittes, einer einzelnen Bewegung. Das ist die Konsequenz der Reduktion, für Schlemmer, aber auch für Bohner. Bohner hat durch Kenntnis und künstlerische Fantasie in den 1970er-Jahren eine eigenständige Choreografie kreiert. Schlemmers Vorschläge hat er teilweise umgesetzt, ist aber nicht Sklave seines Konzepts geworden. In dem Workshop geht es auch darum, diese 100 Jahre alte Idee von Schlemmer durch die Choreografie von Bohner zu erfahren. Ich selber habe damals als Tänzer in 85 Aufführungen mitgewirkt und daraus auch noch sehr viel später Wertvolles für mein eigenes Tanzen ziehen können. Einerseits aus dieser Form von Reduktion und andererseits aus dem Erlebnis, dass minimale Bewegungen maximale Wirkung erzielen können.

Werden Sie etwas von den theoretischen Konzepten Schlemmers vermitteln?
Mir geht es um die physische Erfahrung der Ideen. Ich könnte auch einen Vortrag über Schlemmers Raum- und Kostümkonzept halten, aber das kann die Stärke der Idee auch verwässern. In der Kürze der Zeit lässt sich das Konzept am besten vermitteln, wenn man direkt einsteigt.

Das Bayerische Juniorballett zeigt das «Triadische Ballett» am 7., 8. Nov.; der Workshop findet vom 7. bis zum 12. Nov. statt. Anmeldungen: info@euro-scene.de

 


Tanz Oktober 2017
Rubrik: Praxis, Seite 74
von Carmen Kovacs

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