Weniger Geld: Einschnitte in Flandern
Was gerade in Belgien passiert, hat sich schon lange angekündigt. Rechtspopulisten haben es überall und zu jeder Zeit verstanden, dass Einflussnahme auf die Kunstförderung ein wichtiges Instrument zur Verbreitung ihrer nationalistischen Ideologien ist. Nicht nur in Belgien: Die Niederlande, Polen, Ungarn haben es vorgemacht. Auch in Deutschland nimmt in einigen Bundesländern der Einfluss der Rechtspopulisten dramatisch zu – und auch hier ist es vor allem die Kultur- und Kunstförderung, die sie im Visier haben.
Das Streichen von Geldern in Flandern trifft dabei nicht zufällig vor allem die (in Deutschland so genannte) freie Szene. Die hier praktizierten Produktionsweisen und Ästhetiken, ihr Transnationalismus, ihre Beweglichkeit und Widerständigkeit, ihre Themen und ihre Vertreter*innen lassen sich nur schwer für nationalistische Kulturdeutungen vereinnahmen. Versuche dazu gab es schon früher, so z. B. die zweifelhafte Förderung von Künstler*innen als «Botschafter*innen der flämischen Kultur».
Was jetzt unternommen wird, geht einen entscheidenden Schritt weiter, es entzieht den zeitgenössischen darstellenden Künsten in Flandern die Existenzgrundlage. Und hier geht es mitnichten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2020
Rubrik: Side-Step, Seite 18
von Annemie Vanackere
Friederike Rademann, Sie betreuen im Rahmen der Internationalen Bachakademie Stuttgart das Projekt «BachBewegt! Tanz!», das Schüler und Schülerinnen tanzend mit Alter Musik konfrontiert, und zwar in Kooperation mit der Gaechinger Cantorey. Sie selbst stammen aus Dresden, sind bei Gret Palucca in die Schule gegangen, waren noch zu DDR-Zeiten sowohl an der Semperoper...
«Solidaritot | Solidarność» heißt das Stück des Polnischen Tanztheaters, beheimatet in Posen, 270 Kilometer von Berlin entfernt. Die dreizehnköpfige Truppe verarbeitet darin ihre sehr persönlichen Erfahrungen in einem katholischen Land, in dem Geistliche ihren Schützlingen gelegentlich zu nahe treten und Kneipen sich zu «gay-free zones» erklären.
«Polen ist ein...
Daniel Proiettos «Rasa» ist nicht der erste Versuch, das 1877 uraufgeführte Ballett «La Bayadère» neu und zeitgenössisch auszudeuten – und so die koloniale Vorgeschichte und die exotistischen Fantasien herauszupräparieren, die Marius Petipas Original (und sämtliche Einstudierungen in seiner Nachfolge bis hin zu Alexei Ratmanskys Rekonstruktion beim Berliner...
