We still live here

Forsythe ist auf allen großen Festivals, in diesem Sommer in Avignon, Berlin, Brüssel, St. Petersburg, Tunis und Venedig – aber seine Heimat bleibt weiterhin in Frankfurt am Main. Was sich für ihn geändert hat – Florian Malzacher hat’s herausgefunden

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Als wäre alles beim Alten. Die Proben im Ballettsaal II der Oper Frankfurt, die Aufführungen im Bockenheimer Depot. William Forsythe, der wie immer überraschend gelassen über die Widrigkeiten der Kulturpolitik spricht. Alles beim Alten? Na ja, jetzt habe er ein richtiges kleines Büro im obersten Stock der Oper, mit Blick über die Stadt. Früher war’s nur so eine Art begehbarer Kleiderschrank in einem der unteren Geschosse. Aber im Ernst, «so ein richtiger Bruch war das tatsächlich nicht. Ich bin ja kein anderer Mensch geworden. Ich habe nur eine Pause gemacht.

»
Als im Frühjahr 2002 der Frankfurter Magistrat auf die Idee kam, das ­Ballett Frankfurt abzuschaffen und William Forsythe vor die Tür zu setzen, da war der Aufschrei in aller Welt groß. In langen Artikeln mokierten oder echauffierten sich nicht nur Le Monde, die New York Times und der britische Telegraph über die Frankfurter Ignoranz. Post kam auch von Mikhail Baryshnikov, von Peter ­Brook, Peter Sellars, Daniel Libeskind und Pina Bausch.
Was noch wichtiger war: Anders als bei der ungefähr zeitgleichen Schließung des traditionsreichen Theater am Turm wehrten sich Frankfurter Bürger. Unterschriften wurden gesammelt, Webseiten ...

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Tanz Mai 2005
Rubrik: Die Sommerfestivals, Seite 36
von Florian Malzacher

Vergriffen
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