Was ist schön?
Spaziert man vom Dresdner Hauptbahnhof zum Deutschen Hygienemuseum, also vom Symbol der verlässlichen deutschen Pünktlichkeit zur Weihestätte des deutschen Gesundheitsgebots (Unpünktlichkeit und andere Unreinlichkeiten hasst der deutsche Small Talk), gelangt man zuerst in die Mary-Wigman-Straße, durchmisst die Gret-Palucca-Straße, streift die Dore-Hoyer-Straße, um in einen schönen Park zu gelangen. Hier stellt das Museum der deutschen Hygienekunst noch bis Januar 2011 die Frage: «Was ist schön?».
Der lange Flur drinnen wurde verspiegelt, das Licht so gedimmt, dass keiner sich selbst anstarrt. So schön ist man ja nicht, schön ist auch die Ausstellung nicht: Wartesaal-Atmosphäre, Pappkartons, überall Videoscreens. Schön ist das Ballett.
Aber warum? Der für Schulklassen organisierte Parcours zur Schönheit beginnt in etwa da, wo frühere Jahrhunderte die Schönheit vermuteten, bei den Kurtisanen, den Geishas der Europäer, zwischen die ein kultivierter Kurator auch die Solotänzerin Lola Montez geschmuggelt hat, weil sie die Mätresse von Ludwig I. von Bayern war. Schön ist erst, wer von vielen begehrt wird. Und? Wird die Ballerina begehrt?
Eine Schautafel – Quelle: Dr. Sommer, «Bravo» – ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sie beendeten 1994 Ihre Tanzausbildung an der Rotterdamse Dansacademie, begannen als freischaffende Tänzerin bald auch zu choreografieren und zu unterrichten. Seit dem Jahr 2000 arbeiten Sie im Ensemble von William Forsythe, unterrichten an Profi-Ausbildungsstätten in Frankfurt, Limerick, Linz und leiten Workshops für Amateure.
Ich hatte ein breites Training in...
Mit 25 Jahren kam Jessica Iwanson, die damals schon in der Welt herumgekommen war, nach München, mietete den großen Circus Krone für eine ausverkaufte Vorstellung – und blieb. Knapp vierzig Jahre, unzählige Aufführungen und Schülergenerationen später, würdigte die Landeshauptstadt München ihr «Tanzschaffen» mit dem städtischen Tanzpreis. Das Preisgeld von 10.000...
Titelthema:
Tabu im Tanz: Sexualität und Tanz stehen im Zentrum der August/September-Ausgabe von «tanz». Sechs Annäherungen an ein komplexes Verhältnis. Weiter
Menschen: Tommi Kitti
Ein Porträt des finnischen Tänzers und Choreografen, der das Solo ins Zentrum seiner Stücke stellt.
Traditionen: Big Bang Boléro
Nach über 80 Jahren inspiriert Ravels Geniestreich noch immer...
