Warum wir tanzen
Ratten stehen nicht unbedingt im Ruf, besonders gehorsame Wesen zu sein. Aber setzt man ihnen eine kleine Apparatur auf den Kopf, die ihre Neuronen stimuliert, werden sie so fügsam wie junge Tänzer im Ballettsaal. Senden Wissenschaftler elektronisch einen Befehl aus, erregt dieser ein bestimmtes Hirnareal, und die Ratte läuft nach rechts. Freiwillig, denn für Nach-rechts-Laufen schüttet das Hirn winzige Glückshormone aus: «So ist gut, rechts ist gut», sagt es.
Stimuliert die Apparatur eine andere Region, läuft die Ratte nach links, weil sie glaubt, dies sei nun der richtige Weg, der sie belohnen wird. Das Perfide an dem Versuch ist, dass für die Ratte die Steuerung wirkt, als beruhe ihre Bewegung auf der freien Entscheidung, sich genau dorthin zu bewegen, wohin sie will.
Sie merkt nicht, dass sie gelenkt wird. Die Stimulation ihres Hirns fühlt sich immer gleich an, egal, ob sie von außen kommt, oder ob sie das Resultat eigener Vorlieben, Gewohnheiten oder einer spontanen Entscheidung ist. Wie frei sind wir wirklich? Diese Frage befeuert die Hirnforschung, seitdem sie existiert.
Dabei spielt für Hirnforscher der Tanz als scheinbar freieste Bewegung eine zunehmend zentrale Rolle. ...
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Das Werk stammt vom Komponisten Leonid Desjatnikow, es ist Alexei Ratmanskys letzte Inszenierung in seiner Eigenschaft als künstlerischer Leiter des Bolschoi-Balletts, das er auf eigenen Wunsch verlassen hat (ein seltener Fall in der Geschichte dieses Theaters). Er wird sich nun ganz dem Chroreografieren widmen, in den USA, in Europa und in Russland.
Desjatnikow...
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