violet
Mal so richtig bedeutungslos sein – auch das kann ein Künstlertraum sein. Mal nichts anklagen, aussagen, bloßlegen. Abstraktion lautet darum das Ideal für Meg Stuarts neues Stück «Violet». Oder: engagierte Sinnlosigkeit. Das hyperaktive Nichts. Die pure Bewegung wird skelettiert, ohne Fleisch von Ausdruck und Erzählung. Ausgerechnet Meg Stuart. Ausgerechnet ihr Zitter-Zappel-Zuck-Stil als symbol-befreite Ausdruckslosigkeit? Krämpfe, Spasmen, Tics bis zum Kollaps als eine nun emotionslose Theorie? Ausweglos sein – das hat Meg Stuart besonders interessiert.
Eine meterhohe schwarze, leicht gebogene Plastikwand von Bühnenbildnerin Janina Audick begrenzt den Hintergrund. Die Wand glänzt wie Latex und spiegelt manchmal schemenhaft und verzerrt die Tänzerkörper. Vor ihr stehen drei Männer und zwei Frauen in Alltagsklamotten von erlesen schlechtem Geschmack: hautenge Hosen, verwaschene Shirts; einer trägt weiße Turnschuhe, ein bisschen wie die H&M-Punks aus dem Vorjahr. Ein bisschen ist es auch wie eine Reminiszenz an die Stuart’schen Anfänge, als sie mit cooler Trash-Ästhetik, mit dem Abgewrackten und Kaputten, neue Trends im zeitgenössischen Tanz setzte. «Disfigure Study» hieß vor ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: produktionen, Seite 12
von Nicole Strecker
In der tiefsten Provinz Westfrankreichs, in La Roche-sur-Yon, gründete Mickaël Le Mer die Kompanie S’poart. Sie ist derzeit das bekannteste Erzeugnis der Kleinstadt zwischen Rennes und La Rochelle, die auf einem Granitfelsen erbaut wurde. Le Mer versammelte dort oben eine Handvoll Breakdance-Begeisterte und zog immer wieder hinaus in die Welt des Hip-Hop, wo er auf...
...ist ein neugieriger Mensch, immer auf der Suche nach Inspirationen für seine Stücke. Mal ist es die Musik, die ihn anregt, mal eine neue Bewegungssprache wie der Flamenco oder der indische Kuchipudi. Oder die Popkultur eines anderen Landes. Für sein neues Stück greift er nach Japan, zur dortigen Form des Comics, den Mangas. Mit «TeZukA» kreiert er eine Hommage...
Vor acht Jahren choreografierte Patrice Bart «La petite danseuse de Degas» für die Pariser Opéra: der Neubeginn einer Degas-Manie, die eine Austellung am Detroit Institute of Arts, «Degas and the Dance» (2002/03), eingeläutet hatte und die in einer Monografie von Götz Adriani mündete, der sich zu zeigen bemühte, dass der ausschließlich im Atelier malende...
