Vania Rovisco
«Replacement» heißt das Stück, doch Vania Rovisco ist darin nicht zu ersetzen. Wie die anderen aus der Mannschaft Meg Stuarts gibt sie der gemeinsamen Arbeit Gestalt, und das heißt in diesem Falle: etwas zur Recherche beitragen, wenn nicht sogar sich selbst aufs Spiel zu setzen. Die Portugiesin aus Südafrika hat damit kein Problem. Sie scheut das Risiko nicht. Während andere ihre Grenzen erst erkennen müssen, um sie überwinden zu können, nimmt sie a priori Tanz als eine Herausforderung.
Schließlich hat sie sich ihm erst verhältnismäßig spät angenähert – am Forum Dança in Lissabon über zweijährige Workshops, u. a. mit Vera Mantero, Francisco Camacho und André Lepecki. Und schon damals waren Improvisation und Komposition Themen, die ihr am meisten lagen. Lernbegierig lässt sie denn auch in den Arbeiten Meg Stuarts ihrem Bewegungsdrang freien Lauf und entdeckt dabei die Kreativität des eigenen Körpers mit einer Leidenschaft, die in «Alibi», «Visitors Only» und «Replacement» selbst im Moment der kollektiven Preisgabe der Person stets zu spüren ist. «I’m a mover», sagt die schlanke, hoch gewachsene Tänzerin viel sagend, die in ihre Experimente nicht nur eine unerklärliche Kraft, sondern ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Im Zeitalter digitaler Medien mutiert der Theaterraum zum Hypermedium. Theater wird zum Ort, an dem die traditionellen Künste Tanz, Schauspiel und Musik mit Hilfe neuer Technologien interagieren und die Grenzen der Künste durchlässig machen. Die Zeit der intermedialen Kunstformen und Theorien hat begonnen. Waren es zuerst Film und Fernsehen, die Formen des Theaters...
Martin Schläpfer ist vielleicht kein typischer Schweizer, aber er besitzt ein paar Tugenden, die in der Schweiz etwas gelten und die ich je länger je lieber mag: Freundlichkeit, Arbeitsethos, um nicht zu sagen: Fleiß, Skepsis, Präzision, Beharrlichkeit und eine gewisse Schrägheit, wie man sie nur im Voralpenland findet. Was Schläpfer macht, und er macht seit Jahren...
Die junge Natalia Ossipova gehört zu denen, über die man spricht, über die man streitet. Man kann sie lieben oder auch nicht, aber man kann nicht umhin, sie zu bemerken. Der Bühnenauftritt dieser nicht großen und dem allgemeinen Typ der Ballerina nicht entsprechenden Tänzerin ist buchstäblich wie der Flug eines hellen Kometen, sei es in der Variation der spanischen...
