Thoss kündigt
«Es war einmal ...» wird man in Hannover bald sagen und nicht nur das gleichnamige Ballett von Stephan Thoss meinen, das sich seit seiner Premiere wachsender Beliebtheit erfreut. Konfrontiert mit einem Intendanten, der künftig eher den Rückschritt sucht, zieht er aus freien Stücken den Kürzeren – und kündigt zum Ende der nächsten Spielzeit.
Des designierten Intendanten Wunsch «nach einer stärker neoklassischen Ausrichtung des Balletts und einer deutlich verstärkten Mitwirkung des Ballettensembles in Musicalaufführungen» verlangt eine künstlerisch grundsätzlich andere Ausrichtung des Ballettensembles. «Ich bedauere», so Thoss, «dass ich meine Arbeit in Hannover nicht weiterführen kann.» Was aus mehreren Gründen schade ist, denn der Besuch der Ballettvorstellungen lässt nicht zu wünschen übrig, die Thoss-TanzKompanie ist in Topform, und der Direktor kann in seinem jüngsten Premierenprogramm der «Carmen de Canto Jondo» eine «Carmen» von Mats Ek zur Seite stellen, ohne in dessem Schatten zu stehen. Sondern auf der Straße und mit ihm seine tollen Tänzer.
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