Teacher: Alexandre Munz, The Safe Project
Sie haben das «SAFE Project» entwickelt, eine Methode zur Stärkung des Rückgrats. Wie funktioniert das?
Vor 15 Jahren beendete ich meine Karriere als Solotänzer an der Deutschen Oper Berlin, denn mein Körper bestand nur noch aus Schmerz, wie bei vielen meiner Kollegen. Die Lösungen hießen damals: Operieren oder Schmerzmittel auf Lebenszeit. Dann habe ich angefangen, an meinem Körper zu arbeiten und fand heraus, dass rotierende Bewegungen sehr gut gegen meine Schmerzen wirkten.
Ich entwickelte die Hypothese, dass eine Kombination aus Bewegungen des Rückgrats mit rotierenden Bewegungen mich vielleicht heilen könnte. Ich begann, diese neue Art von Training an der Stange zu unterrichten. Dabei bleibt das klassische Ballettvokabular vollkommen erhalten, wird aber mit biomechanischen Methoden unterfüttert – nur wusste ich damals noch nicht, dass es sich um Biomechanik handelt. Das Echo darauf war toll, die Tänzer konnten sich selbst heilen. Dann nahm ich diese Rotationen von der Stange auf den Boden und schuf dort Übungen, die sich nicht mehr an das überlieferte Erbe hielten, das ergab ganz erstaunliche Resultate – chiropraktische Ergebnisse, die Körper rotieren von innen heraus.
Wie ...
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Tanz März 2016
Rubrik: Praxis, Seite 73
von Angela Reinhardt
Man kann darüber streiten, ob die tanzbewegte Clubkultur bloß eine eskapistische Dauerparty für gesellschaftlich früh Emeritierte ist oder doch eher eine vielversprechende Parallelwelt und damit gelebte Utopie. Klar ist: Zwischen Ballermann und Berghain existieren prinzipielle Unterschiede – auch in den Musik- und Bewegungskonzepten der Besucher.
Der aus Österreich...
ausstellung: jean dubuffet
Noch bis zum 8. Mai läuft die Retrospektive in der Fondation Beyeler in Basel: Gewidmet dem ebenso facettenreichen wie fantasievollen Œuvre von Jean Dubuffet (1901 – 1985), in dem selbst Körper, Gesicht und Objekt zu einer Landschaft werden können.
«Metamorphosen der Landschaft» nennt sich denn auch die Schau, die sich um eines seiner...
biografien: claire bauroff
Noch während des Ersten Weltkriegs debütierten insbesondere in München, Berlin und Wien zahlreiche Tänzerinnen. Zunächst von dem noch unbestimmten Wunsch beseelt, ihr Inneres nach außen zu tragen, wussten viele von ihnen nicht, wohin der Weg sie führen würde. Etliche wechselten auch das Genre, wandten sich kabarettistischen Formaten zu...
