Tanz im Oktober
london
dance umbrella
Einen Schirm spannt dieses Festival schon seit Jahrzehnten über jene tanzenden Minoritäten, die nicht zum Establishment gehören. Diesmal gerinnt «Dance Umbrella» unfreiwillig allerdings zum Anti-Brexit-Statement: Was Jamila Johnson-Small (Foto) alias «Last Yearz Interesting Negro» mit ihren all-female, all-black Offbeat-Provokationen eröffnet, ist ein einziges Statement gegen Abschottung. Der Blick geht hinaus u. a. nach Frankreich (Jérôme Bel), Griechenland (Dimitris Papaioannou), Indien (Aditi Mangaldas) und Norwegen (Hege Haagenrud).
Der für London typische Kultur-Mix zeigt eben eine Kunst, die den Körper weder in die Schranken von Schengen noch in die des Commonwealth weist.
Vom 7. bis zum 22. Oktober; danceumbrella.co.uk
bayern
transformance cityxchange
Nürnberg, Regensburg, Passau, München: Hier feiern sie ihr «Tanzjahr 2016» mit 13 Uraufführungen – die Ursprungschoreografie wird von einem Kollegen jeweils neu interpretiert. Dafür kreuzen 17 Künstler durchs Bayernland und wechseln ihr Stammrevier: Alexandra Karabelas spielt in München, Sabine Glenz spielt im Umland. Mia Lawrence und Tobias M. Draeger zeigen Neuheiten auf Festivals wie «Schleudertraum» in ...
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Tanz Oktober 2016
Rubrik: Highlights, Seite 32
von Red.
im november: claire cunningham
Claire Cunningham hat ein Handicap. Wenn sie tanzt, dann mit Krücken. Jess Curtis hat nun gemeinsam mit ihr ein neues Werk geschaffen: «The Way You Look (At Me) Tonight». Der Titel bringt es bereits auf den Punkt: Wenn wir einen Körper sehen, bewerten wir ihn. Aber nach welchen Maßstäben? Nach welchen Kriterien beurteilen wir...
Während der Ex-Chef neuerdings das Ballett der Mailänder Scala leitet, läuft seine einstige Truppe zu Hochform auf: Das Aterballetto, die längste Zeit von Mauro Bigonzetti profiliert, hat unter der Führung von Cristina Bozzolini nichts an Qualität eingebüßt. Im Gegenteil ist dem Ensemble eine choreografische Vielfalt zugewachsen, die ihm sichtlich gut bekommt.
Das...
Die Bilder, die tagtäglich auf uns einstürmen, überlagern unsere sinnliche Wahrnehmung und Empfindung. Fest vertäute Kästen in diffus schimmerndem Licht erinnern unwillkürlich an Frachtcontainer auf hoher See. Bald werden Menschen aus und zwischen ihnen hervorquellen. Einzeln, dann in Gruppen. Und sie rennen – immer im Kreis – scheinbar um ihr Leben. «Auguri» nennt...
