Stuttgarter Ballett
Drei Wochen lang Aufführungen, Gastspiele, Rückblicke, Ausgrabungen alter Stücke, eine Direktorenkonferenz und natürlich die obligatorische Gala: Das 50. Jubiläum des Stuttgarter Balletts wurde mit einem riesigen Fest und Prominenz aus aller Welt begangen. Im Mittelpunkt standen die ehemaligen Tänzer: Intendant Reid Anderson hatte alle eingeladen, derer man habhaft werden konnte, und für die meisten von ihnen – das Bild bot sich immer wieder in den Foyers und Sälen – war es wie eine Rückkehr in den Schoß der Familie.
Das etwas abgedroschene Schlagwort von der «Stuttgarter Ballettfamilie» hilft tatsächlich, die Funktionsweise dieser Kompanie zu verstehen. Denn seit John Crankos Tod vor fast 40 Jahren liegt die Leitung des Stuttgarter Balletts noch immer in der Hand seiner Geschöpfe, die nun an der Spitze der Kompanie stehen: nach seiner Muse Márcia Haydée jetzt der frühere Solist Reid Anderson.Und noch immer studiert seine Choreologin Georgette Tsinguirides seine Werke ein.
Cranko ist der Klebstoff dieser höchst lebendigen Kompanie, der wahrscheinlich intensiver durch seine Idee einer Ballettkompanie wirkt als durch seine wenigen Werke. Sein Nachruhm hat dem Stuttgarter Ballett ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Kompanie des Jahres, Seite 118
von Angela Reinhardt
Wer Michael Douglas sehen will, geht ins Kino. Wer das MichaelDouglas Kollektiv sehen will, geht nach Köln. Dort haben sich 2009 die beiden Tänzer Michael Maurissens und Douglas Bateman niedergelassen, um nach dem Aus von Amanda Millers pretty ugly dance köln eine neue Existenz zu gründen. Professionell und pfiffig ist das Ensemble, dem sich auch weitere ehemalige...
Kein Materialmeter. Nirgends. Sergei Diaghilew gab die ordre de mufti, und alle hatten zu folgen. Er wollte seine Ballets Russes nicht auf ein so ordinäres Medium wie den noch jungen, aber doch bis zum Jahr 1929 – dem Ende der legendären Truppe durch den Tod des Gründers – längst kunstreif gewordenen Film bannen lassen. So gibt es keine Originaldokumente des...
Genau, sagt Chloé Maginot: «Patrick Dupond ist ein gutes Beispiel.» Der ehemalige étoile des Balletts der Pariser Opéra stand nach Karriere, Motorradunfall und langwieriger Genesung in einem Musical auf der Bühne. So lange wollte Maginot nicht warten. Nicht, bis sie mit 45 eine Hüftprothese tragen würde, wegen der Développés. Nicht bis der Konkurrenzkampf...
