Stuttgart: Stiens, Mahler, Peaches «Weill: Die sieben Todsünden / Peaches: Seven heavenly sins»

Tanz - Logo

Musicalsänger tun es ständig, am Staatstheater aber wird immer noch bestaunt, was in den USA so nonchalant als «triple threat», als Dreifachbedrohung läuft: Darsteller, die singen, tanzen und spielen können. So wie die Schauspielerin Josephine Köhler in dieser gemeinsamen Produktion des größten Dreispartenhauses in Europa. Beteiligt ist neben dem Staatsorchester, vier Opernsängern und zwei Balletttänzern auch noch die nichtsubventionierte Subkultur in Person der LGBT-Ikone Peaches, die durch hämmernde Electroclash-Songs und deutliche Texte wie «Fuck the pain away» berühmt wurde.

 

Das tatsächlich gemeinsam agierende, von Anna-Sophie Mahlers Regie nahtlos verschweißte Ensemble eilt in drei Momentaufnahmen durch die Geschichte der verkauften Frau. Am Anfang steht mit «Die sieben Todsünden» das letzte gemeinsame Werk von Kurt Weill und Bertolt Brecht, 1933 von George Balanchine in Paris uraufgeführt. In dem «Ballet chanté» muss die junge Anna das Geld für ihre Familie anschaffen und spaltet sich in eine um künstlerische Freiheit ringende Tänzerin und eine sarkastisch die Illusionen zerstörende Sängerin auf. 

Auf der Bühne des Stuttgarter Schauspielhauses gibt es gleich vier Annas, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2019
Rubrik: Kritik, Seite 44
von Angela Reinhardt

Weitere Beiträge
Showdown in Paris

Einer der bekanntesten Schauspieler der Welt dreht einen Film über einen der bekanntesten Tänzer der Welt – Grund genug, genauer hinzuschauen. Zumal «The White Crow», die jüngste Regiearbeit des Briten Ralph Fiennes, der seinen internationalen Durchbruch 1993 als KZ-Kommandant in Steven Spielbergs «Schindlers Liste» erlebte, sich mit den frühen Jahren des...

Ausstellungen 3/19

On danse?

Das Musée des civilisations de l‘Europe et de la Méditerranée in Marseille, kurz MUCEM, ist ein Leuchtturm der französischen Ausstellungslandschaft: ein spektakulärer, von stählernen Korallengittern eingefasster Bau am Gestade des Mittelmeers, der gerade eine attraktive Schau zum Tanz beherbergt. «On danse?» ist natürlich eine rhetorische Frage, denn...

Impressum 3/2019

tanz
Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance

Herausgeber 
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

Redaktion  
Hartmut Regitz, Dorion Weickmann, Arnd Wesemann 
Mitarbeit: Sofie Goblirsch, Marc Staudacher
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin 
Tel +49 (0)-30-254495-20, Fax -12 
redaktion@tanz-zeitschrift.de
www.tanz-zeitschrift.de

Gestaltung & Bildredaktion 
Marina Dafova

Anzei...