stuttgart: Lee, Stiens, Kozielska: «Tanzlabor»
Das «liebe Publikum» kriegt eins auf die Ohren. «Die Musik», so heißt es warnend auf dem Programmzettel, «wird für eine Dauer von ca. vier Minuten sehr laut eingespielt.» Tatsächlich fährt zwischendurch ein schwarzer Boxenturm bis an die Bühnenrampe und lässt das Schauspielhaus für kurze Zeit bis in seine Grundfesten erbeben: ein akustischer Overkill zu Techno Music von Human Resource («Fuck them») im Rahmen eines «Tanzlabors», das auch sonst die Sehgewohnheiten seiner Zuschauer ignoriert.
Damit ist nicht unbedingt das Stroboskop-Licht gemeint; eher die Rolle, die Angelina Zuccarini spielt. Im «Rausch» fallen manchmal nicht nur die Hemmungen …
«Rausch» also, das neue Ballett von Louis Stiens. Das Ensemblemitglied des Stuttgarter Ballett, zuletzt in «No Men’s Land» von Edward Clug selbst in der Opferrolle, projiziert hier seinen Generationenkonflikt auf ein Männerpaar, von dem man zunächst nicht weiß, ob es sich bei Evan McKie und Robert Robinson um Vater und Sohn, d. h. um einen ganz gewöhnlichen Ödipuskomplex handelt, oder ob die Konstellation vielmehr die innere Zerrissenheit eines Jungen thematisiert, der noch nicht seinen Weg gefunden hat. Beziehungsreich und durchweg originell ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
von Hartmut Regitz
on tour_________
alvin ailey american dance theater
Allerorten wird über das Tanzerbe diskutiert, ein Name fällt dabei so gut wie nie: der des 1989 verstorbenen Alvin Ailey, dessen Company bis heute überlebt hat. Seit drei Jahren leitet Robert Battle das Ensemble, das die Theatersommerpause mit zwei neuen Tour-Programmen überbrückt. Immer dabei: Aileys Klassiker...
In diesem Sommer wird sie 50, die einst von Martha-Graham-Repertoire geprägte und inzwischen schon über ein Vierteljahrhundert von Ohad Naharin geleitete Batsheva Dance Company. Immer noch produziert der israelische Choreograf für seine Truppe Kreationen mit unverkennbarer Handschrift. Vor Kurzem erst nahm sich Batsheva nochmals seine Stücke «Mamootot», «Max» und...
Eine in Minneapolis geborene Tänzerin geht auf Audition-Tour durch Europa. Im Jahr 1988. Beim Ballett Frankfurt gefällt ihr die Arbeitsweise von William Forsythe auf Anhieb. Umgekehrt trifft das auch zu. Also bekommt Dana Caspersen, gerade mal 23 Jahre alt, einen Vertrag. Und bleibt. Bis heute. Seit 2005 heißt die Kompanie The Forsythe Company, und der Namensgeber,...
