stuttgart
Wo andere Choreografen sich nach 30 Jahren gerne wiederholen, da dringt Brigitta Luisa Merki immer tiefer ins Innere ihrer Kunst vor. In jedem neuen Programm mit ihrem Ensemble Flamencos en route setzt die Schweizerin den Flamenco in ein anderes Licht – hier leuchtet er in den dunklen Farben der spanischen Barockmalerei aus der Nacht heraus. Nach tanztheatralischen Abenden wie «Orfeo» sucht sie nicht mehr die Fusion mit anderen Stilen, die Brücke zu anderen Ethnien und Traditionen, sondern eine Reduktion, ja fast Abstrahierung.
Die vier Stücke dieses Abends wurden von Werken des spanischen Barockmalers Francisco de Zurbarán inspiriert, einem eher asketischen Zeitgenossen von Velázquez. Aus dem heiligen Ernst seiner Mönche und Marien destilliert Merki einen strengen, auf starke Linien reduzierten Flamenco. Weit hinten an der Rückwand der Aarauer Reithalle leuchtet ein Frauenbild aus dem Dunkel der Geschichte herüber, das parallele Schreiten der drei «Santas de Zurbarán» vereint innere Demut mit einer stolzen, selbstbewussten Haltung. Die Kleider von Carmen Perez Mateos schimmern in den satten, nachgedunkelten Farben der alten Bilder, die fragend-empfangende Haltung der Hände zieht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz November 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 42
von Angela Reinhardt
Es könnte ein Museum sein. Es hängen jedenfalls jede Menge Bilder an den Wänden, und in einem Nebenraum, anfangs noch von einer Plastikfolie verhängt, figuriert Hun-Mok Jung als lebensechtes Kunstwerk. Doch ganz hinten in einem Kabuff ist ein Sarg zu sehen, und hinter einer Glasscheibe scheint ein Aufnahmestudio eingerichtet, in dem gerade die letzten Atemzüge...
Ein paar Stiefel stehen auf der Bühne, mutterseelenallein im offenen Raum. Bis ein Mann hereinkommt, barfüßig. Langsam gleitet das weiße Tuch, das er auf den Armen trägt, zu Boden. Als müsse es unsichtbare Leichen bedecken oder einen Altar. Etwas Scheues, zugleich verhalten Kampfeslustiges geht von dem Mann aus, als er in die schwarzen Schuhe steigt und anfängt,...
wird, vorbehaltlich der Zustimmung durch den Stadtrat, ab der Spielzeit 2018/19 das Europäische Zentrum der Künste Dresden in Hellerau leiten. Damit beerbt sie Dieter Jaenicke, der seit 2009 das einst als Bildungsanstalt für Rhythmik erbaute Festspielhaus in der Gartenstadt Hellerau zum Erfolg geführt hat. Carena Schlewitt kehrt mit der Direktionsübernahme nach...
